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Kategorie: Urlaub

Helsinki

Helsinki

Wir sitzen wie üblich am Hafen. Wie üblich haben wir gutes Wetter. Allerdings sind die 21°C zu warm. Uns graut vor der Rückkehr, welche am Freitag unweigerlich kommt.

Platz des Parlaments
Regen

Regen

Die letzten 3 Tage regnete es. Daher ist nichts weiter passiert. Einen von diesen 3 Tagen verbrachten wir vollständig auf einem Parkplatz. Lesend und Videos guckend.

Jetzt sind wir in Helsinki angekommen, shoppen noch kurz und dann geht es bis Freitag auf den Campingplatz. Und ab morgen soll das Wetter super werden. Das bedeutet dann: Rumlungern am Hafen 😀.

Tampere

Tampere

Heute Nacht hatten wir mit 8 bft ziemlich Sturm. Und wir stehen unter alten Bäumen des Campingplatzes. Aber alles ging gut. Es landeten nur KLEINE Äste auf unserer Behausung. Immer noch besser, als nicht mehr vom Stellplatz zu kommen. Denn heute morgen mußte ein weiteres Mobil aus einem Schlammloch gezogen werden.

Schließlich schnappten wir uns die Räder und fuhren nach Tampere rein.

Die Stadt ist tatsächlich nicht so hässlich wie andere finnische Städte. Aber wirklich hübsch geht anders. Eigentlich wollten wir ins Lenin-Museum. Das war eine Hommage an Wladimir und Josef Stalin, der auch drin vorkam. Lenin war ein Befürworter der Unabhängigkeit Finnlands. Irgendwann verschwand Stalin und im letzten Jahr, nach dem Nato-Beitritt Finnlnds, das ganze Museum. Es wurde ersetzt durch das Museum über Finnisch-Russische Beziehungen. Was für ein Machwerk. Es erinnerte mich fatal an von Westdeutschen gestaltete Ausstellungen über die DDR. Nur, daß dieses Museum 10 Euro Eintritt kostet. Ossis dürfen in Ausstellungen über die DDR normalerweise kostenlos. Fakt ist, daß die Imperialisten im Osten und insbesondere der Sowjetunion saßen. Schon immer.

Beschreibung des Imperialismus aus dem Osten
Ein letztes Relikt
Die „alte Kirche“
Das E-Werk. Tampere wird mit Wasserkraft elektrifiziert

Uns geht es gut

Uns geht es gut

Wir haben die letzten beiden Nächte im Laivonmäki Nationalpark verbracht. Es war wie üblich nicht spektakulär aber gigantisch. Wir stellen immer wieder erstaunt fest, daß man eine irre Kulisse gar nicht braucht. es reicht Natur satt.

Unsere Strecke
Geht es besser? Hier gab es auch die obligatorische „Wursti“

Heute war dann den ganzen Tag Regen angesagt und so kam es auch. Daher machten wir Strecke und fuhren weiter nach Tampere. Die Stadt wird auch als Manchester des Nordens bezeichnet, weil sie eine der ersten und größten Industriestädte des Nordens war. Heute ist davon wohl nicht mehr viel übrig, aber das werden wir morgen sehen. Unser Campingplatz, auf dem wir jetzt stehen ist nach 2 Tagen Regen völlig abgesoffen, hier mußte vorhin ein Transporter mit einem Allradfahrzeug aus dem Schlamm gezogen werden.

Bloß gut, daß wir einen geschotterten Platz bekamen
Auf dem Weg nach Tampere kamen wir durch Kangasniemi. Allerliebst
Und das steht auf dem Campingplatz neben uns. Es ist eine fahrende Gold- und Silberankaufstation 😂. Es gibt einen Tourenplan im Web und man kann mit seinen Wertsachen dann auf den bezeichneten Parkplatz toben und sein Gold, Silber oder auch Platin verkaufen. Es erinnert mich an die Brockhaustruppe der 90er Jahre
Industriearchitektur

Industriearchitektur

Nach dem Kanal fuhren wir zum Übernachten nach Varkaus rein. Die Stadt ist vom Prinzip um einen Holzhandel 😂 gebaut. Walter Ahlstrom betrieb hier eine Holzverarbeitung und Holzhandel. Davon lebt die Stadt noch heute, wenn auch nicht mehr so gut. Denn die Papierfabrik hat nicht mehr soviel zu tun. Es gibt wunderschöne alte Holzhäuser, die Ahlstrom für Mitarbeiter bauen ließ. Diese sind teilweise 150 Jahre alt und heute noch da. Aber auch nicht mehr, als „noch da“. Sie werden an vielen Stellen nicht mehr gepflegt und erhalten. Es ist schade. Denn das, was die Finnen dazwischen und rundrum gebaut haben, ist hässlich wie die Nacht. Aber so sehen viele finnische Städte aus.

Eines der ältesten Häuser der Stadt. Heute ein Sommercaffee
Eine Gallerie für was auch immer. Der finnische Kunstgeschmack unterscheidet sich deutlich von underem
Ursprünglich ein Haus für Meister und Vorarbeiter. Heute unbewohnt und dem Verfall nah

Stadttheater

Und dann waren wir noch auf einem ehemaligen Wasserturm. Heute beherbergt er Wohnungen und ganz oben, in der 15. Etage ein Caffee.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Lampen Show sind oder Vorschrift
Varkaus

Varkaus

Die Stadt lebt(e) vom Holzhandel. Zum Transport wurde ein Kanal benötigt. Den ersten baute man 1860 und zwar nur aus Feldsteinen, ohne Mörtel.

Heute nicht mehr in Betrieb
Ein Schleusentor des alten Kanals. Steht heute im Kanalmuseum. Von diesen Museen gibt es in Finnland ünrigens jede Menge
Taucherausrüstung
So sieht ein Tor des neuen Kanals aus. Allein die Dimension im Vergleich zum Tor des alten Kanals (siehe weiter oben) erklärt, warum in 1967 ein neuer, breiterer und tieferer Kanal gebaut wurde
Finnland und Bergbau

Finnland und Bergbau

Da es heute den ganzen Tag regnet, fuhren wir vom traumhaften Ruunaa und seinen Stromschnellen wieder los. Das Ziel war Outokumpu. Hier gibt es ein Bergwerksmuseum, so das man den Rest des Regens unter Tage verbringen kann.

Outokumpu selbst ist seit Beginn des 20. JH ein Bergarbeiterstadt. Der Name bedeutet soviel wie „geheimnisvoller fremder Berg“ (die Finnen haben es ins englische übesetzt und ich von da ins deutsche – keine Ahnung, on irgendwo etwas verloren ging 🙂 )

Auf alle Fälle war die Outokumpu Oy (Firmierung) einer wichtigten Kupferproduzenten des Landes. Die Gesellshaft gibt es noch heute, auch wenn in Outokumpu nichts mehr abgebaut wird.

Jetzt guckt Euch mal die folgenden beiden Bilder an und ratet, in welchem Haus der Manager wohnte und in welchem die Mitarbeiter.

Na, alles klar?

Das st der Grubenaufzug. Für ungefähr 20 Leute. Geschindigkeit 3 m/s. Das bedeutet 5 Minuten für 500 m. Da reich einer, der unterwegs einen klaustrophobischen Anfall bakommt
Eine polierte Kupferscheibe
Transportwagen für Sprengmittel
Eine Schraube aus einer Pumpe, die im Kupferschlamm verrotete

Die Russen kommen

Die Russen kommen

Wir waren heute im Museum Pielinen. Das ist bei Lieksa und stellt alte finnische Häuser, Werkzeuge und auch Alltagsgegenstände aus. Diese wurden aus dem ganzen Land zusammen getragen (im wahrsten Sinne des Wortes!) und in dem Museum zusammen gefaßt. Es muß eine echt schwere Zeit gewesen sein. Es dreht sich um Ackerbau, Viehzucht und vor allen Dingen Waldarbeit. Das Museum zeigt die ganz Schwere eines Landes, welches noch bis in die 1950er Jahre ein Agrarland war.

„Traktoren“ mit Damfmaschinenantrieb
Ein Radio aus den 1930ern
Ein Kaufmannsladen von 1892
Ein Boot der Forstarbeiter. Es wurde ein Anker ausgewofen und anschließend in Richtung der bereits schwimmenden Holzstämme gerudert. Um diese anschließend hinter dem Boot herzuziehen, wurde mittels der Winde das Boot in Richtung Anker gezogen. Mit Rudern wäre das nicht gegangen.
Hier schliefen die Holzarbeiter
So sah eine typische Bauernstube Ende des 19./ Anfang des 20. JH aus. Im Winter wurde das stubenreine Pferd mit hinein genommen.

Was man als Holzarbeiter nicht machen sollte 🧐

Und jetzt zu den Russen

Wir stehen jetzt hier

Als wir hier mitten im Wald ankamen, stand ein Wohnmobil mit finnischen Kennzeichen schon da. Das ist kein Problem. Wir freuten uns auf Würstchengrillen und Chillen am Lagerfeuer, denn selbstverständlich gibt es hier eine Feuerstelle. Dann kam eine größere Gruppe Russen ohne Auto, nur mit Schlauchboot und Outdoor-Ausrüstung und baute ihr Equipment auf.

Und jetzt ratet mal, wo die Feuerstelle ist:

Genau. Hinter diesem Zelt, welches ein Windfang ist. Da ist die Feuerstelle und es haben sich ca. 9 Russen rundrum gelagert. Und jetzt machen sie Krach. Fehlt nur noch, daß einer anfängt Balalaika zu spielen. Dafür gibt es einen Penner on Tour Award für Russland.
Planänderung

Planänderung

Nachdem wir gestern in einem kleinen aber feinen Nationalpark mit kostenlosen Parkplatz ankamen und ich wegen Rücken wieder nicht wandern konnte, änderten wir den Plan. Morgen soll es eh den ganzen Tag regnen. Daher stehen wir in Lieksa auf dem Campingplatz und ich bleibe zwei Tage im Bett zum Rückenschonen. Gucke Netflix, Disney und die Mediatheken leer. Und der Purzelhase muß mich bedienen. Ome

Noch mal ganz großes Kino – aber ganz anders

Noch mal ganz großes Kino – aber ganz anders

Wir stehen immernoch am Arsch der Welt ( finnische Pampa – Petraniemi) und der Purzelhase ist Wandern. Ich sitze mit einem elektrischen Wärmkissen im Womo und gucke online Filme. Rücken läßt wandern nicht zu. Aber wenigstens geht Kino hier irgendwo im Nirgendwo. Ich stelle mir vor, ich würde irgendwo in einem brandenburgischen Funkloch stehen. Da müßte ich den ganzen Tag lesen.

Mückenschutzgebiet

Mückenschutzgebiet

Wie unschwer zu erkennen ist, campen wir in einem Mückenschtzgebiet.

Wir sind mitten in der Pampa in Petraniemi (kein Scheiß), ich habe Rücken wie doof und Puha muß allein wandern. Ome

Ganz großes Kino

Ganz großes Kino

Wir kommen heute von einer kurzen Wanderung wieder und trinken im Lokal des Campingplatzes noch ein Bier. Wir haben Sicht auf unser Auto, das neben uns und auf den Wohnwagen daneben. Vor dem Wohnwagen sitzen 2 Männer und eine Frau. Auf einmal steht einer der Kerle auf und bewegt sich in etwa in Richtung Toiletten. Ganz sicher bin ich mir nicht, denn geradeauslaufen ist nicht. Es ist 16:12 Uhr. Er kommt auch nicht weit. Nach ca. 6 Metern liegt er lang. Daraufhin will ihn sein Kumpan ins Auto setzen. Klappt auch nicht, zu schwer und auch der andere zu besoffen. Also schlummert ersterer kurz im Gras neben dem Auto. Nach einer gefühlten Ewigkeit bekommt der Eine den Anderen dann doch ins Auto. Jetzt muß die Frau ran, die augenscheinlich noch fahrtüchtig ist. Sie fuhren zu dritt los und kamen nach ca. 7 Minuten ohne den völlig weggetretenen wieder. Und dann tat der Zweitplatzierte in Sachen besoffen sein das:

Ansonsten ist Savonranta ein netter Fleck, auch wenn ich hier das allererste Mal für Holz für den Grill bezahlen mußte 🥴. Und insgesamt scheint es eine eher arme Gemeinde zu sein

Morgen geht es weiter und nur der Purzelhase weiß, wohin. Und ich habe Rücken.

Gestern lernten wir hier übrigens einen Finnen kennen, der verflucht gut deutsch sprach. Mallo hieß er (den wirklich Name kann sich kein Mensch merken). Er fährt immer Mal nach Deutschland, mietet sich einen 7ner BMW und genießt das Rasen auf deutschen Autobahnen 😂.

Savonranta

Savonranta

Wollte auf unserem aktuellen Campingplatz gerade auf die einzige Toilette gehen. Sitzen doch da zwei Jungs auf den Dach und ein Dritter auf dem Klo. Und der hatte einen toten, stark verwesten Vogel im der Tasche. Pme

Scheiß Technik, Scheiß Computer

Scheiß Technik, Scheiß Computer

Wir wanderten gestern 11,4 km. Aber als ich abends einen Beitrag schreiben wollte, stellte ich fest, daß ich ein echtes Problem mit meinem Handy und Nextcloud habe. Also mußte das gefixt werden, was halbewegs gelang. Aber für Beitrag war keine Zeit mehr. Der Purzelhase mußte ins Bett.

Heute dann: ich will in der Gaststätte mit der EC-Karte bezahlen, kommt doch auf dem Gerät mit rotem Hintergrund „Abgelehnt“. Zweiter Versuch, gleiches Ergebnis. Also muß Purzelhase mit ihrer Karte ran. Das Gleiche. Glücklicherweise noch genug Bargeld dabei. Im nächsten Kaffee am Aussichtsturm in Mikkeli, wo wir gerade sind, das Gleiche. Also lag das Problem tiefer. Handy’s gezückt – hat doch unsere Bank ein technisches Problem und teilt auf ihrer Webseite mit, daß derzeit mit Bankkarten kein Geld abgehoben werden kann und nicht bezahlt werden kann. Wir sitzen in Finnland mit 140 Euro in bar. Aber es gibt ja noch Kreditkarten. Das ind keine Soforttransaktionen, sondern Zahlungsversprechen für die Zukunft. Purzelhases funktioniert (aus anderen Gründen) nicht. Aber meine – gottseidank.

Aber zurück zum gestrigen Tag. Wie bereits erwähnt waren wir im Repovesi-Nationalpark. Da machten wir gestern die oben erwähnte 11,4 km-Wanderung. Das hört sich erstmal nicht nach viel an. Aber die Wege sehen zu großen Teilen so aus:

Und da kann sich ein deutscher Müggelseeumwanderer die Strecke auch Mal doppelt anrechnen lassen. Es war eine Supertour, auch mit den inzwischen obligatorischen Grillwürsten. Was allerdings auffiel, war der Wasserstand des Seeensystems. Gut abzulesen an Steinen oder auch festen Stegen. Es fehlt Wasser. Auch die Trockenheit und der Borkenkäfer sind inzwischen ein echtes und sichtbares Problem. Purzelhase erzählte, sie hätte gelesen, daß es in Nordfinnland inzwischen doppelt so viele Waldbrände gäbe, wie noch vor einigen Jahren.

Mikkeli

Heute nun stehen wir in Mikkeli. Das ist die Heimatstadt Marschall Mannerheims, des Helden des, bzw. der Winterkriege. Bei uns wird immer schwadroniert, daß das heldenhaften, kleine finnische Volk, den bösen Russen die Stirn bot, als diese das kleine Finnland überfielen. Die Geschichte ist allerdings komplizierter und paßt nicht ganz zu dem, was mir weiß gemacht werden soll. Nämlich, daß der Russe immer der Böse ist.

Der Winterkrieg wurde von November 1939 bis März 1940 ausgetragen. Und ja, Russland hat angegriffen. Allerdings gehört zur Wahrheit, daß bewaffnete finnische Milizen, die von einem Großfinnland träumten bis in die Gegend von Sank Petersburg Unruhe und Terror verbreiteten. Das stammt aus dem Winterkriegsmuseum in Suomussalmi, in dem wir letztes Jahr waren. Russland wollte mit Finnland Gebiete tauschen (auch um eine gûnstigere Verteidigungsposition für den erwarteten europäischen Krieg zu erhalten) und bot Finnland als Kompensation russische Gebiete doppelter Größe an. Finnland lehnte ab und legte seine Milizen auch nicht an die Kette. Denn jeder Finne war der Meinung, daß das Ostkarelien, daß zur Sowjetunion gehörte eigentlich bei Finnland besser aufgehoben sei. Daraufhin griff die Sowjetunion an. Die Finnen leisteten erbitterten Widerstand, verloren aber letztendlich Gebiete. Und es gab einen weiteren Krieg. Den nennen die Finnen „Fortsetzungskrieg“. Und jetzt wird es spannend. Ab Juni 1941 kämpfte Finnland gemeinsam mit der deutschen Wehrmacht um die im Winterkrieg verlorenen Gebiete. Das versuchte man bis Juni 1944. Dann verlor man und mußte weitere Gebiete abtreten. Das Foto unten wurde zum 75. Geburtstag Marschall Mannerheims am 04.06.1942 aufgenommen. Guckt mal, wer zum Gratulieren kam. Und da kann man heute noch irgendwie stolz drauf sein. Und mir wird Finnland in deutschen Talkshows als das aufrechte Land verkauft. Der Westen dreht sich Geschichte, wie es gebraucht wird.

75. Geburtstag Mannerheims mit seinem Gast Adolf Hitler

Der Salonwagen, den Mannerheim benutzte. Dieser wir nur einmal im Jahr, am 04.06. für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.