Den gestrigen Dienstag haben wir in Orrefors verbracht. Der Ort ist fast langweilig, es gab nur 2 spektakuläre Dinge:
Ich habe nicht gewagt, das Ding aufzumachen 🤣Und die Kinder kamen im Computerzeitalter aufgeregt mit ihren ausgelesenen Büchern angelaufen und tauschten sie gegen neue
Die obligatorische Wanderung führte durch schöne Wälder und an schöne Seen. Aber überall istvStraßenlärm zu hören. Und zwar nicht zu knapp. Der Süden ist derartig dicht besiedelt, daß die Magie der spektakulären Einsamkeit nicht aufkommen kann.
Jetzt stehen wir in Kalmar am Hafen. Kalmar selbst ist eine Stadt mit 2 Sehenswürdigkeiten. Einem Schloß und einer Domkirche. Letztgenannte sahen wir uns an, auf das Schloss verzichteten wir. Ansonstenhat die Stadt noch ein paar alte Holzhäuser zu bieten, den Rest kann man getrost vergessen.
Das SchlossEin KabellegeschiffDigitalisierung in der schwedischen Kirche. Hier kann man seinen Kollektebeitrag mit Swish bezahlen
Es gibt in Schweden (wie auch in allen anderen skandinavischen Ländern) ein uraltes, ungeschriebenes Gesetz. Das Jedermannsrecht, oder halt Allemannsret (muß das eigentlich gegendert werden?). Dieses besagt im weitesten Sinne, das jeder die Natur nutzen kann, wie immer es ihm beliebt, solange er der Natur nicht schadet. Die Natur ist für alle da! Privatbesitz ist ausgenommen. Das heißt, man kann mit seinem Wohnmobil überall stehen bleiben. Allerdings finden wir hier in Südschweden unglaublich viele Verbotsschilder, die nur schwerlich dahingehend interprettieren kann, daß eine Übernachtung erlaubt ist. Ich bin sicher, zu verdanken haben wir das Womofahrern, die gleich neben den Parkplatz scheißen, die ihre Chemietoilette gleich daneben entsorgen und ihren gesammelten Müll in die recht kleinen Papierkörbe der Wanderparkplätze schmeißen oder daneben legen, weil das Teil voll ist. Ich könnte kotzen! Und die Schweden geben sich echt alle Mühe, es uns Womofahren unmöglich zu machen, uns daneben zu benehmen. Und dennoch schaffen es einige.
Wofür niemand (vielleicht Herr Kachelmann) etwas kann, ist, daß wir gestern nach dieser Runde klatschnass waren.
Nach ca. 5 km beschlossen wir, den Heimweg anzutreten. Es waren dann aber immer noch 4km bis zu unserem Zuhause, dem Womo.
Anschließend fuhren wir nach Växjö und stehen auf dem hiesigen Campingplatz. Denn ein Parkplatz ohne Verbotsschilder (s.o.) war nicht zu finden. Die Runde heute waren ca. 15km und wir sind mause.
Es ist der Skane Jet. Die Schnellfähre zwischen Sassnitz und Trelleborg
Aber noch ist keine Saison
Und das sind schwedische Tagesausflügler, die einfach nur den Bordershop hier auf dem Hafengelände besuchten 😂😂😂. Die Hafenarbeiter nennen die tiefliegenden Autos „Schwedenfahrgestell“ 🤣🤣🤣.
Und so läuft es, wenn man den Tagesausflug zu Fuß unternimmt 😳.
Wir sind jetzt seit dem 26.12.1022 wieder zu Hause. Am 28.12. lag der Purzelhase mit 39°C flach, ich ab dem 29.12. mit zwischenzeitlich 39,6.. Jetzt zu Sylvester hat sie noch 37,5 und ich 38,5. Wir sind also im Bett, ich esse Zwieback ( ja, auch das) und sie ernährt sich von Erasco-Hühnersuppen, die ich vor meinem vollständigen Ausfall noch besorgte. Ome.
Es gibt aber aus Schweden weitere Nachrichten. Ich behaupte ja immer, es gäbe dort keine Tiere und schon gar kaine Elche. Nun wurde mir das nachfolgende Videomaterial zugespielt. Der Bärtige ganz am Schluß ist Willi.
Wir sind wieder in Trelleborg, morgen geht die Fähre nach Rostock. Wir haben noch einen kurzen Spaziergang durch Trelleborg gemacht. Es ist schon dunkel, diesig und man sieht nicht. Aber ich schwöre, Trelleborg wird nicht zu meiner Lieblingsstadt. Das Bild oben ist schon das Beste, was man aus Trelleborg rausholen kann.
Willi zeigte uns heute sein Jagdrevier. Mit dem Auto! Denn es ist riesig, 780 ha. Und es geht bis an den Somen. An irgendeiner Stelle gab ich dann zu, daß es eine geile Gegend ist und ich mich an seiner Stelle auch den ganzen Tag draußen in der Natur rumtreiben würde.
Wir haben dann heute mal gemeinschaftlich über unser Verwandtschaftsverhältnis nachgedacht. Denn mein Schwibbschwager, wie letztens von mir vermutet, ist Willi nicht. Wir kamen gemeinsam drauf. Ich bin der Onkel des Neffen, der nächstes Jahr 70 wird 😊.
Insel im SomenTrophäe. Und endlich mal meine Fiskars-Axt ausprobiert
Ich weiß sicher, daß es in schwedischen Wäldern kein Getier gibt. Mein Lieblingspurzelhase schenkte mir eine Wildkamera. Diese installierte ich am Tag unserer Ankunft mit Blick auf eine gefüllte Futterkrippe hinter dem Haus. Bisher war nur ich darauf zu sehen. Wie ich entweder vom Gerät weggehe oder darauf zugehe. Somit ist klar, es gibt in schwedischen Wäldern keine Tiere und schon gar keine Elche. Mein nach Schweden ausgewanderter wie auch immer Schwibbschwager Willie würde sagen:“ Aber ich erschieß doch ständig Elche“. Aber das ist vermutlich ein Problem der Matrix. Ich habe jedenfalls die Kamera umgehängt. Sie guckt jetzt auf einen Salzleckstein, der in Elchhöhe angebracht wurde. Von Willie! Naschaumermal.
Oben rechts! Als ich auf der Fahrt einmal kurz wach wurde 😱
Wir wohnen inmitten der Wildnis bei momentan minus fünf Grad Celsius. Heizen mit Holz in einer uralten Kochmaschine und dem Kamin. Das Haus ist ca. 100 Jahre oder noch älter. Mogen wird es regnen oder schneien. Schaumermal.
Die Hütte steht in Mittelschweden mitten im Wald. Es gibt kein Wasser und keinen Strom. Derzeit stehen wir im Rostocker Hafen und warten auf die Fähre. Dann sind es 9 Tage in der Wildnis.
OK, die Familie wohnt 20 km weit weg. Es gibt also ein Backup. Zumindest können wir da unseren 500 Wh-Akku laden. Denn mit Sonne und Solarpanel scheint laut Wetterbericht nix zu werden.
Den Penner on Tour Award gibt es häufiger, als man denkt
Sitzen wir doch vorgestern beim Italiener in Zeuthen. Und zwar draußen. Damit sitzt man mit seinem Stuhl auf dem Bürgersteig und 1,5 m daneben ist auch schon die Straße. Fährt ein Stadtpanzer BMW X5 vor. Die Fahrerin ist schon mal nicht in der Lage, einzuparken. Zwischen ihrem Fahrzeug und dem Bürgersteig bleiben 40 – 50 cm, sie steht also in 2ter Reihe. 20 m weiter hinten wäre ihr das nicht passiert, dort bestand die Parklücke aus dem ganzen Straßenzug. Aber es wären 20 m weiter gewesen, um dann zu Fuß zur Post zu kommen. Bis hierher noch amüsant. Kommt die junge Frau aus der Post, steigt in ihr Auto ein (welches nach Herstellerangaben 9,4 l Diesel im kombinierten Fahrbetrieb auf 100 km verbraucht und 250 g CO2 je km ausstößt) und startet den Motor. Fährt aber nicht los. Steht aber 2m entfernt von uns. Ich gucke einmal, gucke zweimal. Telefoniert die Alte bei laufendem Motor direkt neben uns. Ich also aufgestanden, ans Auto ran, klopfe freundlich und nicht aggressiv gegen die Beifahrerscheibe. Mache mit der Hand freundlich (kein Scheiß) ein Zeichen, sie möge das Fenster runterlassen. Sie guckt mich an, telefoniert weiter. Ich also das ganze Prozedere noch einmal. Diesmal gibt sie mir mit der freien Hand zu verstehen, ich möge mich gedulden. Zu ihrem Pech war ihr Sommer-Sonnen-Kurbel-Dach offen. So das ich ihr über diesen Schalltrichter brüllend mitteilen konnte, sie möge jetzt entweder losfahren oder den Motor wieder abstellen. Sie stellte den Motor ab.