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Kategorie: Wohnmobil

Die Russen kommen

Die Russen kommen

Wir waren heute im Museum Pielinen. Das ist bei Lieksa und stellt alte finnische HĂ€user, Werkzeuge und auch AlltagsgegenstĂ€nde aus. Diese wurden aus dem ganzen Land zusammen getragen (im wahrsten Sinne des Wortes!) und in dem Museum zusammen gefaßt. Es muß eine echt schwere Zeit gewesen sein. Es dreht sich um Ackerbau, Viehzucht und vor allen Dingen Waldarbeit. Das Museum zeigt die ganz Schwere eines Landes, welches noch bis in die 1950er Jahre ein Agrarland war.

„Traktoren“ mit Damfmaschinenantrieb
Ein Radio aus den 1930ern
Ein Kaufmannsladen von 1892
Ein Boot der Forstarbeiter. Es wurde ein Anker ausgewofen und anschließend in Richtung der bereits schwimmenden HolzstĂ€mme gerudert. Um diese anschließend hinter dem Boot herzuziehen, wurde mittels der Winde das Boot in Richtung Anker gezogen. Mit Rudern wĂ€re das nicht gegangen.
Hier schliefen die Holzarbeiter
So sah eine typische Bauernstube Ende des 19./ Anfang des 20. JH aus. Im Winter wurde das stubenreine Pferd mit hinein genommen.

Was man als Holzarbeiter nicht machen sollte 🧐

Und jetzt zu den Russen

Wir stehen jetzt hier

Als wir hier mitten im Wald ankamen, stand ein Wohnmobil mit finnischen Kennzeichen schon da. Das ist kein Problem. Wir freuten uns auf WĂŒrstchengrillen und Chillen am Lagerfeuer, denn selbstverstĂ€ndlich gibt es hier eine Feuerstelle. Dann kam eine grĂ¶ĂŸere Gruppe Russen ohne Auto, nur mit Schlauchboot und Outdoor-AusrĂŒstung und baute ihr Equipment auf.

Und jetzt ratet mal, wo die Feuerstelle ist:

Genau. Hinter diesem Zelt, welches ein Windfang ist. Da ist die Feuerstelle und es haben sich ca. 9 Russen rundrum gelagert. Und jetzt machen sie Krach. Fehlt nur noch, daß einer anfĂ€ngt Balalaika zu spielen. DafĂŒr gibt es einen Penner on Tour Award fĂŒr Russland.
PlanÀnderung

PlanÀnderung

Nachdem wir gestern in einem kleinen aber feinen Nationalpark mit kostenlosen Parkplatz ankamen und ich wegen RĂŒcken wieder nicht wandern konnte, Ă€nderten wir den Plan. Morgen soll es eh den ganzen Tag regnen. Daher stehen wir in Lieksa auf dem Campingplatz und ich bleibe zwei Tage im Bett zum RĂŒckenschonen. Gucke Netflix, Disney und die Mediatheken leer. Und der Purzelhase muß mich bedienen. Ome

Noch mal ganz großes Kino – aber ganz anders

Noch mal ganz großes Kino – aber ganz anders

Wir stehen immernoch am Arsch der Welt ( finnische Pampa – Petraniemi) und der Purzelhase ist Wandern. Ich sitze mit einem elektrischen WĂ€rmkissen im Womo und gucke online Filme. RĂŒcken lĂ€ĂŸt wandern nicht zu. Aber wenigstens geht Kino hier irgendwo im Nirgendwo. Ich stelle mir vor, ich wĂŒrde irgendwo in einem brandenburgischen Funkloch stehen. Da mĂŒĂŸte ich den ganzen Tag lesen.

MĂŒckenschutzgebiet

MĂŒckenschutzgebiet

Wie unschwer zu erkennen ist, campen wir in einem MĂŒckenschtzgebiet.

Wir sind mitten in der Pampa in Petraniemi (kein Scheiß), ich habe RĂŒcken wie doof und Puha muß allein wandern. Ome

Mal was zum Wetter

Mal was zum Wetter

Wir haben hier 23°C. Mehr braucht kein Mensch. Und wenn ich mir den Wetterbericht fĂŒr zu Hause ansehe, schwindet meine Lust zur RĂŒckkehr noch weiter.

Ganz großes Kino

Ganz großes Kino

Wir kommen heute von einer kurzen Wanderung wieder und trinken im Lokal des Campingplatzes noch ein Bier. Wir haben Sicht auf unser Auto, das neben uns und auf den Wohnwagen daneben. Vor dem Wohnwagen sitzen 2 MĂ€nner und eine Frau. Auf einmal steht einer der Kerle auf und bewegt sich in etwa in Richtung Toiletten. Ganz sicher bin ich mir nicht, denn geradeauslaufen ist nicht. Es ist 16:12 Uhr. Er kommt auch nicht weit. Nach ca. 6 Metern liegt er lang. Daraufhin will ihn sein Kumpan ins Auto setzen. Klappt auch nicht, zu schwer und auch der andere zu besoffen. Also schlummert ersterer kurz im Gras neben dem Auto. Nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit bekommt der Eine den Anderen dann doch ins Auto. Jetzt muß die Frau ran, die augenscheinlich noch fahrtĂŒchtig ist. Sie fuhren zu dritt los und kamen nach ca. 7 Minuten ohne den völlig weggetretenen wieder. Und dann tat der Zweitplatzierte in Sachen besoffen sein das:

Ansonsten ist Savonranta ein netter Fleck, auch wenn ich hier das allererste Mal fĂŒr Holz fĂŒr den Grill bezahlen mußte đŸ„Ž. Und insgesamt scheint es eine eher arme Gemeinde zu sein

Morgen geht es weiter und nur der Purzelhase weiß, wohin. Und ich habe RĂŒcken.

Gestern lernten wir hier ĂŒbrigens einen Finnen kennen, der verflucht gut deutsch sprach. Mallo hieß er (den wirklich Name kann sich kein Mensch merken). Er fĂ€hrt immer Mal nach Deutschland, mietet sich einen 7ner BMW und genießt das Rasen auf deutschen Autobahnen 😂.

Savonranta

Savonranta

Wollte auf unserem aktuellen Campingplatz gerade auf die einzige Toilette gehen. Sitzen doch da zwei Jungs auf den Dach und ein Dritter auf dem Klo. Und der hatte einen toten, stark verwesten Vogel im der Tasche. Pme

Scheiß Technik, Scheiß Computer

Scheiß Technik, Scheiß Computer

Wir wanderten gestern 11,4 km. Aber als ich abends einen Beitrag schreiben wollte, stellte ich fest, daß ich ein echtes Problem mit meinem Handy und Nextcloud habe. Also mußte das gefixt werden, was halbewegs gelang. Aber fĂŒr Beitrag war keine Zeit mehr. Der Purzelhase mußte ins Bett.

Heute dann: ich will in der GaststĂ€tte mit der EC-Karte bezahlen, kommt doch auf dem GerĂ€t mit rotem Hintergrund „Abgelehnt“. Zweiter Versuch, gleiches Ergebnis. Also muß Purzelhase mit ihrer Karte ran. Das Gleiche. GlĂŒcklicherweise noch genug Bargeld dabei. Im nĂ€chsten Kaffee am Aussichtsturm in Mikkeli, wo wir gerade sind, das Gleiche. Also lag das Problem tiefer. Handy’s gezĂŒckt – hat doch unsere Bank ein technisches Problem und teilt auf ihrer Webseite mit, daß derzeit mit Bankkarten kein Geld abgehoben werden kann und nicht bezahlt werden kann. Wir sitzen in Finnland mit 140 Euro in bar. Aber es gibt ja noch Kreditkarten. Das ind keine Soforttransaktionen, sondern Zahlungsversprechen fĂŒr die Zukunft. Purzelhases funktioniert (aus anderen GrĂŒnden) nicht. Aber meine – gottseidank.

Aber zurĂŒck zum gestrigen Tag. Wie bereits erwĂ€hnt waren wir im Repovesi-Nationalpark. Da machten wir gestern die oben erwĂ€hnte 11,4 km-Wanderung. Das hört sich erstmal nicht nach viel an. Aber die Wege sehen zu großen Teilen so aus:

Und da kann sich ein deutscher MĂŒggelseeumwanderer die Strecke auch Mal doppelt anrechnen lassen. Es war eine Supertour, auch mit den inzwischen obligatorischen GrillwĂŒrsten. Was allerdings auffiel, war der Wasserstand des Seeensystems. Gut abzulesen an Steinen oder auch festen Stegen. Es fehlt Wasser. Auch die Trockenheit und der BorkenkĂ€fer sind inzwischen ein echtes und sichtbares Problem. Purzelhase erzĂ€hlte, sie hĂ€tte gelesen, daß es in Nordfinnland inzwischen doppelt so viele WaldbrĂ€nde gĂ€be, wie noch vor einigen Jahren.

Mikkeli

Heute nun stehen wir in Mikkeli. Das ist die Heimatstadt Marschall Mannerheims, des Helden des, bzw. der Winterkriege. Bei uns wird immer schwadroniert, daß das heldenhaften, kleine finnische Volk, den bösen Russen die Stirn bot, als diese das kleine Finnland ĂŒberfielen. Die Geschichte ist allerdings komplizierter und paßt nicht ganz zu dem, was mir weiß gemacht werden soll. NĂ€mlich, daß der Russe immer der Böse ist.

Der Winterkrieg wurde von November 1939 bis MĂ€rz 1940 ausgetragen. Und ja, Russland hat angegriffen. Allerdings gehört zur Wahrheit, daß bewaffnete finnische Milizen, die von einem Großfinnland trĂ€umten bis in die Gegend von Sank Petersburg Unruhe und Terror verbreiteten. Das stammt aus dem Winterkriegsmuseum in Suomussalmi, in dem wir letztes Jahr waren. Russland wollte mit Finnland Gebiete tauschen (auch um eine gĂ»nstigere Verteidigungsposition fĂŒr den erwarteten europĂ€ischen Krieg zu erhalten) und bot Finnland als Kompensation russische Gebiete doppelter GrĂ¶ĂŸe an. Finnland lehnte ab und legte seine Milizen auch nicht an die Kette. Denn jeder Finne war der Meinung, daß das Ostkarelien, daß zur Sowjetunion gehörte eigentlich bei Finnland besser aufgehoben sei. Daraufhin griff die Sowjetunion an. Die Finnen leisteten erbitterten Widerstand, verloren aber letztendlich Gebiete. Und es gab einen weiteren Krieg. Den nennen die Finnen „Fortsetzungskrieg“. Und jetzt wird es spannend. Ab Juni 1941 kĂ€mpfte Finnland gemeinsam mit der deutschen Wehrmacht um die im Winterkrieg verlorenen Gebiete. Das versuchte man bis Juni 1944. Dann verlor man und mußte weitere Gebiete abtreten. Das Foto unten wurde zum 75. Geburtstag Marschall Mannerheims am 04.06.1942 aufgenommen. Guckt mal, wer zum Gratulieren kam. Und da kann man heute noch irgendwie stolz drauf sein. Und mir wird Finnland in deutschen Talkshows als das aufrechte Land verkauft. Der Westen dreht sich Geschichte, wie es gebraucht wird.

75. Geburtstag Mannerheims mit seinem Gast Adolf Hitler

Der Salonwagen, den Mannerheim benutzte. Dieser wir nur einmal im Jahr, am 04.06. fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht.
Der Repovesi-Nationalpark

Der Repovesi-Nationalpark

Wir stehen auf einem Wanderparkplatz des Repovesi-Nationalparks. Wir stehen nicht ganz entsprechend der Parkplatzordnung, aber das tun auch nicht alle Finnen. Und es regnet. Da brauche ich vorn immer einen höheren Stand als hinten, damit das Wasser vom Dach ablĂ€uft. Aber gut, wenn Polizei kommt, kostet es 50 Euro. Und eigentlich ist es der Arsch der Welt. Bevor der Regen anfing, drehten wir eine kleine Runde. Es ist schön hier. Eigentlich wollten wir WĂŒrste grillen, denn auch hier geht das an den unglaublich vielen GrillhĂŒtten. Aber es gab keine Holzkloben. Es gab BaumstĂ€mme. Man hĂ€tte sich die Kloben erst sĂ€gen mĂŒssen und sie dann hacken. Ich streikte. Hacken wĂ€re ok, darauf war ich vorbereitet. Aber noch sĂ€gen?

DafĂŒr gab es eine besondere FĂ€hre. Eine JedermannsfĂ€hre.

Und es gibt eine neue Blogkategorie: Finnland.

Derzeit regnet es. Morgen machen wir eine große Runde.

Porvoo

Porvoo

Wir sind in Porvoo. Das liegt ungefÀhr 40 km östlich von Helsinki und wir waren im letzten Jahr schon hier. Da fuhren wir mit einem historischen Dampfer, heute sind wir mit dem Womo hier. Denn beim letzten mal hatten wir nur 3 Stunden und es war Gehetze.

Diesmal fangen wir hiermit an.

Der alte GĂŒterbahnhof von Porvoo

Rechts daneben (nicht im Bild) der alte Lokschuppen
Wieder mal Finmland

Wieder mal Finmland

Wir sind mal wieder unterwegs nach Finnland. Derzeit warten wir in TravemĂŒnde auf die FĂ€hre. Um die Zeit zu ĂŒberbrĂŒcken gingen wir in den Shop im Hafenhaus. Dort gab gĂŒnstig finnisches Bier zu kaufen. Fragt mich doch die VerkĂ€uferin, wo ich meinen Wohnsitz habe. Ich sage, Berlin. Sagt sie, dann dĂŒrfen sie das nicht kaufen. Ich: „Wiso das denn?“. „Weil es Dosen ohne Pfand sind.“. Das muß man sich Mal geben, jede andere NationalitĂ€t darf diese Bierdosen kaufen und anschließend wegwerfen. Ich darf es nicht, weil ich als Deutscher nur Dosen mit Pfand kaufen darf. Das ist einen Penner on Tour Award wert.

Es stand ein freundlicher Herr aus der Schweiz daneben, der spontan sagte:“ Ich kaufe das fĂŒr sie“. So richtig glĂŒcklich war die VerkĂ€uferin nicht, aber was sollte sie machen?

Schorfheide

Schorfheide

Da Petra morgen Laufen ist, bin ich allein unterwegs. Ich steh einsam auf dem WoMo-Stellplatz am Wildpark Schorfheide. Es ist wildromantisch, schade, daß meine Lieblingsfrau nicht dabei ist.

Womo-Stellplatz qm Wildpark Schorfheide

Es ist noch nicht mal dunkel und draußen heulen Wölfe. Ich hoffe, das sind die im Gehege.

Regen am Wochenende und doch muß ich raus

Regen am Wochenende und doch muß ich raus

Biber

Das Ding auf dem Bild ist ein Biber. Der kleine Sack schwamm erst im DĂ€mmerlicht, als wĂŒĂŸte er (oder sie), daß Bilder dann schlecht gelingen.

Wir waren in Hangelsberg. Das sind ca. 20 Km von uns zu Hause. aber ich mußte einfach ein bisschen raus, das Wohnmobil mußte mal bewegt werden und ja, ich liebe es, in dem Teil das Wochenende zu verbringen. Es ist ein GefĂŒhl von Freiheit. Und ja, meine Lieblingsfrau fĂŒgt sich dann manchmal

Smile

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Also waren wir am Samstag zu Fuß unterwegs. Das Ziel hieß Klein Wall. Klein Wall ist die historische Keimzelle von GrĂŒnheide, welches heute von Tesla beherrscht wird. Heute gibt es hier neben ganz viel Nichts und Tesla noch eine Forellenaufzuchtstation, in der man auch angeln kann. Gegen Obolus, versteht sich. Wir saßen Fischbrötchen mĂŒmmelnd unter dem Dach und beobachteten einen Opa mit seinem Enkel. Der Enkel war eher lustlos, der Opa voll dabei, beim Angeln. Er erzĂ€hlte uns, daß er fĂŒr den ersten Fisch 2 Stunden gebraucht hĂ€tte, im Lauf unseres Picknicks kam ein weiterer hinzu. 3 wollte er haben. Dann kam eine weitere Familie dazu. So richtig mit kleinem Kind und so. Die haben doch echt in 20 (zwanzig) Minuten insgesamt 3 Forellen gefangen. Ich glaube, Opa war sauer.

Da der Tag heute mit Dauerregen begann, frĂŒhstĂŒckten wir und machten uns die 20 Km auf den Heimweg.