Die Azoren
Wir dachten uns, wir fahren mal nicht mit dem Womo los, sondern mal irgendwohin, wo man einem das Frühstück macht. Also Brainstorming (Durcheinanderreden) abgehalten. Und dann sagte einer von uns, er würde sich gern mal angucken, wo das Azorenhoch herkommt. Gesagt, getan. Meine Lieblingsfrau schmiß erst das Handy an, dann den Laptop und buchte uns eine Reise auf die Azoren. Und da sind wir nun in Capelas auf der Ilha de São Miguel. Der Ort war mal ein Fischerdorf und wurde offensichtlich mit Walfang reich. Das ging von ca. 1880 bis 1974. Da machte die letzte Fabrik zur Walverarbeitung zu. Der Walfang selbst ist seit 1972 verboten. Davon hat sich der Ort nie erholt. So zumindest ist unser Eindruck nach der heutigen Runde. Es dominiert Leerstand und Verfall. Es gibt 2 Supermärkte, wobei zumindest der, in dem wir heute waren ein riesiges Sortiment von Alles hat. Von A, wie alles vom Fisch, bis Z, wie Zimmermannsaxt. Außer zweier Apotheken und einem Gartenmarkt sahen wir nichts weiter. Wir sahen auch nur 2 Hotels (unseres ist da mitgerechnet) und einen Barbershop! Nichts deutet darauf hin, daß wir außerhalb der Touristenzeit hier sind. Denn es gibt keine Orte/Läden oder sonst was, die sich, ähnlich unseren Ostseeorten, in der Reserve halten und dann die Touris abkassieren könnten, wenn diese zur Saison einfallen. Aber uns gefällts! Außer zu Fuß im Ort unterwegs sein. Bürgersteige sind eine neumodische Erfindung und daher quasi nicht vorhanden, die Straßen schmal. Da hat man schon manchmal das Gefühl, der Fahrzeugführer ist nicht ganz dicht, so dicht, wie er an einem vorbeifährt.








