Es ist soweit

Es ist soweit

Ich habe heute unser altes Wohnmobil ausgeräumt. Wir haben es verkauft und und ein neues erworben. Das neue ist zwar noch nicht da, da die Zulassung in Berlin halt länger dauert, aber der Nagel hat jetzt einen Kopf.

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Das ist es.

Es ist einen Tick länger, als unser altes, hat aber Längsbetten im Heck. Bisher haben wir ein Hubbett vorn, in dem wir quer liegen. Das bedeutete, daß einer über den anderen drüberkrabbeln muß, wenn er oder sie raus will. Das bedeutet auch, daß man eine relativ hohe Leiter hoch- und runter muß, das bedeutet auch, daß das Hubbett jeden morgen wieder in Position gebracht werden muß. Das wird nicht einfacher, je älter man wird. Dazu kommt, daß das Alte weder für Schotterstraßen, noch für Waldwege geeignet ist. Und in Skandinavien,, was unser Haupturlaubsziel ist, ist ein Großteil der Straßen exakt das – eine Schotterpiste. Das neue Fahrzeug ist höhergelegt und hat für den Fall der Fälle einen Allradantrieb. Es ist also ein Fahrzeug, mit dem wir Ziele erreichen können, die uns bisher verwehrt blieben. Und dabei rede ich nicht nur vom Hochland in Island, aber auch. Unser altes, den alten Moby_Dick geben wir in Zahlung. Es muß einiges daran getan werden, schließlich ist das Auto schon 16 Jahre alt, von denen wir es 7 Jahre hatten. Und das waren geile 7 Jahre. Ich hoffe, es kommt in gute Hände. Hände, die es zu schätzen wissen 😢.

Wirtschaftsstandort

Wirtschaftsstandort

Derzeit wird viel über den Wirtschaftsstandort BRD sinniert und es kommen die krudesten Theorien zum Vorschein. Eine davon lautet, daß die Arbeit hier zu teuer ist. Sie ist mit Abgaben belastet, welche in anderen Ländern nicht anfallen. Das ist per se korrekt. und man hätte auch früher darauf kommen können. Z.B., bevor man einen großen, gemeinsamen Markt wie die EU bildet. Denn es gibt in der EU Länder, in denen die Arbeitsstunde im Schnitt relativ wenig kostet und Länder, in denen sie (wie in der BRD) relativ viel kostet. Dabei rede ich noch nicht mal von Globalisierung! Ich als Kaufmann (ja, ich bin Kaufmann) würde nun folgendes tun: Ich würde in Ländern produzieren, in denen die Arbeitsstunde wenig kostet und damit auch niedrige Löhne bezahlt werden und z.B. Auflagen fehlen und dann würde ich mit Vorliebe in Ländern verkaufen, in denen hohe Löhne bezahlt werden. Denn da ist im Normalfall die Kaufkraft höher und ich kann höhere Preise erzielen. Und genau das passiert, man nennt es Gewinnmaximierung.  Und das passiert im Rahmen der Globalisierung, die derzeit Pause macht, weltweit. Man muß kein Ökonom oder Nobelpreisträger für Wirtschaft sein, um auf solche Ideen zu kommen. Es gibt nun die Möglichkeit, daß wir uns darauf einlassen und den Weg nach unten mitmachen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, daß man die heimische Produktion schützt. Wenn Firmen der Meinung sind, sie müßten in Indien produzieren, weil es dort günstiger ist, sollen sie ihre Produkte auch in Indien verkaufen. Wenn sie hier bei uns verkaufen möchten, was sie in Indien produziert haben, sollte man zumindest einen Teil des Maximalprofits abschöpfen. Ob der Weg, den die USA derzeit gehen der Richtige ist, sei mal dahin gestellt. Aber statt darüber nachzudenken, wie man mit Sozialabbau den Standort für Investoren attraktiv macht, könnte man auch darüber nachdenken, wie man es für Investoren weniger attraktiv macht, in Indien zu produzieren und in der BRD zu verkaufen. Dafür gäbe es Wege, man müßte nur den Mut haben, diese zu gehen.

Zur Illustration des Ganzen habe ich mal den berühmten Aspirin-Vergleich bemüht. Trotz intensiver Internetrecherche habe ich nur Zahlen aus dem Jahr 2016 gefunden. Und zwar bei der Bild Smile.

Aspirin_Bild_2016

(Screenshot: https://www.bild.de/geld/wirtschaft/aspirin/aspirin-preise-vergleich-47361658.bild.html).

Und laut Bayer kommen die Tabletten alle aus Spanien, aus dem Werk in Asturien (https://www.investinasturias.es/de/caso-exito/bayer-4/).

Zum Preisunterschied Griechenland und Spanien sei einfach nur erwähnt; Das BIP je Einwohner liegt in Spanien bei 35.151 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Spanien) und in Griechenland bei 24.716 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Griechenland). In der BRD bei 56.087 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland) und in Norwegen bei 86.587 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Norwegen). Alle Zahlen stammen aus aktuellen Wikipediaeinträgen, sind also nicht auf das Jahr 2016 bezogen. allerdings dürfte sich an den Relationen nicht allzu viel geändert haben.

Man nimmt also, was man kriegen kann. 

Entweder legen wir der Wirtschaft Fesseln an, oder sie uns.

Ich halte das auch für ein Problem für die Demokratie. Denn Demokratie lebt davon, daß die Gesellschaftsform von einer Mehrheit akzeptiert wird.

Kurioses beim ÖRR geregelt in Staatsverträgen

Kurioses beim ÖRR geregelt in Staatsverträgen

Im alten Rundfunkstaatsvertrag von 1991, der diverse Mal geändert wurde, steht unter §11 Auftrag Ziffer 2:

(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen. (https://recht.nrw.de/lrgv/bekanntmachung/01052019-staatsvertrag-fuer-rundfunk-und-telemedien-rundfunkstaatsvertrag-rstv/#ss-2-begriffsbestimmungen)

Im neuen Medienstaatsvertrag (seit 2025) steht unter § 26 Auftrag Ziffer 2:

(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind bei der Erfüllung ihres Auftrags der verfassungsmäßigen Ordnung und in besonderem Maße der Einhaltung journalistischer Standards, insbesondere zur Gewährleistung einer unabhängigen, sachlichen, wahrheitsgemäßen und umfassenden Information und Berichterstattung wie auch zur Achtung von Persönlichkeitsrechten verpflichtet. Ferner sollen sie die einem öffentlich-rechtlichen Profil entsprechenden Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit achten und in ihren Angeboten eine möglichst breite Themen- und Meinungsvielfalt ausgewogen darstellen. (https://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/user_upload/Rechtsgrundlagen/Gesetze_Staatsvertraege/Medienstaatsvertrag_MStV.pdf)

Entschuldigung, aber schon kleine Kinder kennen den Unterschied zwischen: “ Du sollst das doch tun.” und “Du hast das zu tun”.

Die Formulierung “Haben …. zu berücksichtigen” ist eine MussVorschrift welche Zwang bedeutet. Die Formulierung “ Sollen …. achten” ist eine Formulierung für eine Regelentscheidung, bei der es Ausnahmen gibt. Wahrscheinlich Iran, Venezuela, Gaza usw.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Atomwaffensperrvertrag

Atomwaffensperrvertrag

So, der Iran wurde von den USA und Israel wegen seines Atomprogramms angegriffen. Und deutsche Medien fabulieren dazu sehr fantasievoll. Es ist ähnlich, wie mit dem Natovertrag (insbesondere Artikel 5). Jeder hat eine Meinung, jeder weiß etwas – aber niemand hat es gelesen. Daher habe ich mir das Vertragswerk mal in deutscher Sprache gesucht und siehe da, es gibt es beim Auswärtigen Amt als PDF (https://www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/207392/b38bbdba4ef59ede2fec9e91f2a8179b/nvv-data.pdf) .

Hier steht unter Artikel II

Jeder Nichtkernwaffenstaat, der Vertragspartei ist, verpflichtet sich, Kernwaffen oder sonstige
Kernsprengkörper oder die Verfügungsgewalt darüber von niemandem unmittelbar oder
mittelbar anzunehmen, Kernwaffen oder sonstige Kernsprengkörper weder herzustellen noch
sonstwie zu erwerben und keine Unterstützung zur Herstellung von Kernwaffen oder sonstigen
Kernsprengkörpern zu suchen oder anzunehmen

Es tut mir leid, aber ich kann dort nichts finden, was bedeutet, daß man Uran nicht anreichern dürfe. Egal, ob auf 20, 30 oder 60 %. Um eine Kernwaffe- bzw. einen Sprengkopf herzustellen benötigt man nach Prof. Georg Steinhauser mind. 90%ige Urananreicherung (https://www.oeaw.ac.at/news/vom-uran-zur-atomwaffe-irans-nukleare-ambitionen-im-faktencheck). Er gibt zu bedenken, daß der Weg von 60% auf 90% ein relativ kurzer ist und daß er keine zivile Anwendung für die 60%ige Anreicherung wüßte. Das ändert jedoch nichts an der Faktenlage. Der Iran hat keine Atomwaffe. Erschwerend kommt aus meiner Sicht hinzu, daß der Iran sich 2015 einem strengen Regime unterworfen hatte und auch laut IAEO alle Bedingungen der damals geschlossenen  Wiener Nuklearvereinbarung (JCPOA) einhielt. Aus dieser stieg D. Trump für die USA einseitig im Jahr 2018 aus und ließ die alten Sanktionen wieder aufleben. Damit fühlte sich auch der Iran nicht mehr an diese Vereinbarung gebunden.

Es wird auch von Leidmedien, Kommentatoren und Talkshowexperten immer mal wieder kolportiert, daß der Iran die Vernichtung Israels in seiner Verfassung festgeschrieben hätte. Also habe ich mir auch diese mal rausgesucht. Zu finden ist sie hier: https://www.kulturgutschutz-deutschland.de/SharedDocs/Downloads/DE/Staaten/Gesetze/Iran_Verfassung_ir001en.html. Das ist eine Seite des Beauftragen der Bundesregierung zum Kulturgutschutz und sollte daher der Desinformation unverdächtig sein Smile. Warum auch immer die Verfassung der islamischen Republik gerade dort veröffentlicht wird – ich kann in dem Schriftstück kein Wort zu Israel finden. Ich kann überhaupt nichts finden, das darauf hinweist, daß der Iran irgendjemanden angreifen oder vernichten will.

Dann gibt es da noch Zitate iranischer Offizielle, die ihnen von unseren Leidmedien zugeschrieben werden und die Vernichtung Israels fordern sollen. Da dieselben Medien nicht einmal in der Lage sind, Vertragstexte so wiederzugeben, wie sie geschrieben sind, bin ich auch mit der Zitatezuschreibung sehr vorsichtig. Zumal es meist heißt; “ er soll gesagt haben ,,,,”. Denn z.B. der oben erwähnte Artikel 5 des NATO-Vertrages besagt exakt nicht, daß bei einem Angriff auf ein NATO-Mitglied automatisch ein großer, wahrscheinlich letzter Krieg beginnt. Er besagt, daß jedes Mitglied sich überlegen muß, wie es mit einem Angriff umgeht und sich damit bewußt für diesen großen und wahrscheinlich letzten Krieg entscheiden muß (https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty?selectedLocale=de). Auch ist von der Einschaltung der UNO die Rede. Im Atomwaffensperrvertrag steht eben nicht drin, daß eine Urananreicherung auf 60 % verboten ist. Es steht aber sehr wohl unter Artikel 1: “Jeder Kernwaffenstaat, der Vertragspartei ist, verpflichtet sich, Kernwaffen und sonstige
Kernsprengkörper oder die Verfügungsgewalt darüber an niemanden unmittelbar oder mittelbar
weiterzugeben
…”
Da frage ich mich, warum die BRD unbedingt Kampfjets F35 braucht. Die Begründung ist, daß diese US-Atomwaffen tragen und abwerfen/schießen können.

Die mehrfachen Angriffe Israels und der USA  sind nach meinem Dafürhalten so, als würde ein Bürger eines Landes eines seiner Regierungsmitglieder anzeigen, weil der Bürger befürchtet, das Regierungsmitglied könnte irgendwann in der Zukunft lügen. Die Wahrscheinlichkeit ist da, aber die Tat fehlt würde jeder Richter (zu Recht) sagen.

Die BRD und der Sicherheitsrat der UN

Die BRD und der Sicherheitsrat der UN

Eigentlich habe ich keine Lust mehr, mich zu den ewig gleichen Themen in der Politik zu äußern. Aber die Wahl, bzw. Nichtwahl der BRD in den UN-Sicherheitsrat kann ich so nicht stehen lassen, wie sie in vielen Leidmedien beschrieben und von dem ein- oder anderen kommentiert werden.

Aber der Reihe nach. Am 03.06.2026 scheiterte die BRD mit ihrer Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der UN krachend. Die Bewerbung sollte durch eine Rede unseres Außenministers vor der Generalversammlung am 01.06.2026 unterstützt werden. Hier führte Herr Wadephul die Heldentaten der Republik auf. Sudan, Haiti, Lybien und natürlich die Ukraine. Keine Wort zu völkerrechtlichen Aspekten hinsichtlich Gaza, Venezuela oder Iran. Aber der Satz: “Das Völkerrecht muss von allen geachtet werden. “ (https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2774278-2774278) durfte nicht fehlen. Das müssen andere Nationen wie Hohn empfinden. Franziska Brandtner von den Grünen sagte dem RND nach der Wahlschlappe: „Wer sich um einen Sitz im Sicherheitsrat bewirbt, muss die Vereinten Nationen und ihre Werte auch dann verteidigen, wenn es unbequem wird. Es reicht nicht, bei internationalen Krisen an der Seitenlinie zu stehen oder das Völkerrecht nur dann zu verteidigen, wenn es politisch gerade passt.“ Denkt Frau Brandtner wirklich daß Sätze der ehemaligen deutschen Außenministerin Analena Baerbock wie: “Wenn Hamas-Terroristen sich hinter Menschen, hinter Schulen verschanzen, dann kommen wir in ganz schwierige Bereiche. Aber wir ducken uns davor nicht weg. Deswegen habe ich vor den Vereinten Nationen deutlich gemacht: Dann können auch zivile Orte ihren Schutzstatus verlieren, weil Terroristen diesen missbrauchen. “ (https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/rede-der-bundesministerin-des-auswaertigen-annalena-baerbock—2314632) in Vergessenheit geraten?

Zu guter Letzt möchte ich noch Adis Ahmetovic von der SPD zitieren: „Wer den Anspruch erhebt, Hüter der regelbasierten internationalen Ordnung zu sein, darf beim Völkerrecht keine doppelten Maßstäbe anlegen.“ Für ein Mitglied einer Partei, die sowohl dieser Regierung, wie auch der vorhergehenden Regierung angehört, finde ich den Satz echt spannend.

Das ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt der Presselandschaft. Das ist auch nur ein sehr kleiner Ausschnitt des Versagens der Bundesrepublik der letzten Jahre auf Völkerrecht bezogen. Aber es war eine Niederlage mit Ansage.

Meine Befürchtung ist jedoch: wir lernen wieder nicht daraus.

Immer noch auf der Suche – diesmal in Stralsund

Immer noch auf der Suche – diesmal in Stralsund

Wie hier schon beschrieben sind wir auf der Suche nach einem neuen Wohnmobil. Denn die unter „hier“ beschrieben Lösung hat einen riesigen und einige kleine Nachteile. Der Riesige heißt Zuladung. Es bleiben bei der Variante Absetzkabine lediglich ca. 200 kg Zuladung übrig. Das ist für einen oder zwei Monate Island schlicht zuwenig. Also sind wir weiter auf der Suche und diesmal in Stralsund. Das Objekt der Begierde war ein Malibu 4×4. Aber der wird es auch nicht, er ist eng, der Möbelbau und das Bad muß man nicht haben. Das eine ist klapprig und das andere winzig. Neues Objekt der Begierde ist ein Hymer auf Mercedes Sprinter 4×4.

Ca. 6,7 m lang, drinnen Platz und mit doppeltem Boden.

Eine Entscheidung haben wir noch nicht getroffen, weil wir nicht genug Kleingeld mithatten 😅.

Anschließend ging es nach Stralsund rein, wir mieteten spontan ein Hotelzimmer. Und Stralsund ist immer eine Reise wert. Wir hatten 2 spannende Begegnungen. Die eine war ein Mitarbeiter der Meereskunde Museums (des alten), der gerade das Tor abschloß (kamen zum Ende der Öffnungszeiten da an) und den ich fragte, ob es die ganz alte Ausstellung noch gäbe. Die, in der unter den Nautischen Offizieren der Handelsnarine auch die Politoffiziere aufgeführt waren. Er wußte sofort, wovon ich rede, grinste und sagte, die gäbe es seit ca. 4 Jahren nicht mehr. Wir sehen uns morgen die neue Ausstellung an.

Die zweite spannende Begegnung war die Stadtwache. Die haben Stralsund gegen Wallenstein verteidigt und sind heute eine völlig skurile Truppe. Um den Wachturm zu verlassen, mußte ich 10 Euro zahlen, verlangt waren 5 😂😂😂.

Stadtwache bei einer Exercierübung
Das Hotel Schelehof. Ist Pleite. Waren wir vor ein Paar Jahre

Die Original Gorch Fock
Lyons la Forêt

Lyons la Forêt

Es soll das schönste Dorf Frankreichs sein. Und ja, es ist idyllisch und süß. Wir stehen hier auf dem örtlichen Campingplatz. Eigentlich waren 2 Nächte geplant, nun wurden es 3. Ich habe zum einen beschissen geschlafen, bin müde. Zum anderen ist Scheißwetter mit Windgeschwindigkeiten in Böen von 70 km/h. Da muß man mit einer Schrankwand nicht unterwegs sein.

Der Ort selbst ist keltischen Ursprungs. Er wurde 1015 erstmals erwähnt, Wilhelm der Eroberer ließ hier eine Burg bauen. Berühmt wurde der Ort u.a. durch den Fund eines keltischen Münzschatzes, welcher wohl im Jahr 80 v. Christus vergraben wurde. Wann er gefunden wurde ist schwerer zu recherchieren, als der Zeitpunkt des Vergrabens.

Hier hat Maurice Ravel (Bolero) von 1917-1920 gelebt.

Kirche Saint Denise

Die angedeutete Frau am linken Bildrand ist meine Lieblingsfrau. Es ist keine fotografische Ungeschicklickeit, daß sie dort nicht wirklich zu sehen ist. Ich versuche aufgrund der biometrischen Scheise, die inzwischen in Umsetzung oder in Planung ist, keine Gesichter mehr zu veröffentlichen.

Gestern erwanderten wir die Gegend und kamen in der Abbey de Mortemer an. Hier steht ein Herrenhaus mit Resten von Wandelgängen und Ruinen der alten Klosterkirche. Der Eintritt kostet 8,50 € und berechtigt auch zum Besuch des Museums. Und das hat es in sich! Es ist eine groteske, wilde Ansammlung von Kuriositäten. Da werden Stoffpuppen in den Gewändern des Richard Löwenherz ( welcher tatsächlich in der Normandie eine Weile in Geiselhaft saß, weil sein Bruder John ihn nicht freikaufte – kann man bei Robin Hood nachlesen 🧐😂) oder in Bischofsgewändern präsentiert. Es gibt unglaublich viel Nippes, alles angeblich aus der Zeit vor und nach der französischen Revolution. Die Abbey ist eine schöne und große Anlage, welcher man ansehen kann, daß Mönche Selbstversorger waren. Es gibt einen Fischteich, der noch heute eine hohe Fischzahl beherbergt, es gibt Flächen für das Vieh, einen Brunnen, einen Bach, der das Gelände durchfließt und es gab eine Wassermühle.

Daß meine ich mit Nippes

Der Taubenturm. Tauben wurden sowohl verspeist, wie auch für die Nachrichtenübermittlung genutzt.

Nippes
Sterbliche Überreste der Eve Crespin. Sie soll in den Gemäuern als weiße Frau herumgespukt haben.
Auf dem Rückweg vom Kloster kamen wir an der Kapelle der Saint Cathrin vorbei. Dies wurde an einer Quelle gebaut. Man soll sich hier Händer und Füß gut waschen.

Heute regnet es den ganzen Tag und ich habe das Womo nur einmal verlassen, um für die weitere, ungeplante Nacht zu bezahlen.

Rouen

Rouen

So, gestern waren wir in Rouen. Es war wie Rotenburg ob der Tauber. Touristen ohne Ende. Und auch traumatisch. Wir stehen in einer Straße und ich höre hinter mir einen Knall. Drehe mich um und sehe einen Mann auf dem Boden liegen und krampfen. Er blutete stark am Hinterkopf. Ich weiß nicht, ob er fiel, weil er krampfe, oder krampfte,weil er fiel. Was ich weiß, ich war völlig hilfllos. Der nächste Erste-Hilfe-Kurs ist fest geplant.

Rouen ist schön, aber voll. In der Notre-Dame von Rouen war ein unglaubliches Begängnis.

Notre Dame de Rouen
Kirchenfenster mit der Darstellung einer „hochnothpeinlichen“ Befragung

Der Justizpalast

Caen

Caen

Der Campingplatz in Randville von dem aus wir Swordbeach besuchten, war nicht wie geplant für 2 Nächte unser zu Hause, sondern für ganze 4. Das ist zum Einen dem Platz selbst geschuldet, zum anderen der Gegend und zum dritten, den französischen Straßen. Ich hatte echt die Schnauze voll. Loch an Loch und hält doch. Und als ob das nicht schon genug wären sind die Straßen an vielen Stellen nicht nur Scheißeng, sondern auch mit Schikanen ausgestattet, die mich zwingen Slalom zu fahren oder wegen stiller Polizisten ständig zu bremsen. Autofahren macht hier keinen Spass.

Dafür waren wir mit den Rädern vorgestern in Caen. Die Stadt liegt am Ufer der Orne knapp 15 km von der Kanalküste und wurde zur Landung der Alliierten fast vollständig zerstört. Die Altstadt wurde nach Originalplänen wieder aufgebaut und das ist gelungen.

Teile der ältesten Festung
Louis der vierzehnte, gekleidet wie Nero. Ome
2 Häuser, die den D-Day überstanden haben

SwordBeach

SwordBeach

Wir sind in der Nähe von Caen. Im Norden der Ärmelkanal, im Süden die alte Stadt Caen. Heute ging es mit den Rädern zuerst nach Norden. Nach Ouistreham, wo der Strand Swordbeach hieß. Das ist der Strand, an dem am 06.06.1944 das Commonwealth, also Briten, Schotten und Kanadier in das Weltgeschehen eingriffen und dazu beitrugen, Deutschland in seine Schranken zu weisen. Es gab ein unglaubliches Gemetzel und vom Ort blieben nur wenige Häuser stehen, keines davon intakt. Und an der Stelle möchte ich festhalten – egal, wie ich zum heutigen Großbritannien oder auch den USA stehe, ich habe größten Respekt vor den damaligen Soldaten. Darum bin ich auch irritiert. Der Strand ist ein bisschen wie Disneyland. Es gibt ein Riesenrad, man kann Ponyreiten, es gibt eine GoCartBahn und vieles mehr. Dazwischen immer wieder Gedenken.

Gedenkort für eine Gruppe britischer Speziellräfte, die die u.s. Brücke vorab besetzten und freihielten. Denn die Pegasus-Brücke war strategisch wichtig. Es gibt einen Film dazu – „Der längste Tag“
Die Pegasus-Brücke. Heute ein Nadelöhr im Berufsverkehr.
Ja, auch so kann Gedenken sein. Vor einem Souvenirshop an der Pegasus-Brücke.

Morgen geht es nach Caen.

Mondänie

Mondänie

Wir sind in Deauville. Es soll das mondänste Seebad der ganzen Normandie sein. Allerdings nagt auch hier der Zahn der Zeit ganz erheblich und ich habe den Eindruck, wir kommen ein paar Jahre zu spät, um wirklich mondänes zu sehen. Der Purzelhase sagte , die Ostsee würde ihm besser gefallen und sei mondäner.

Sozusagen ein privater Bereich. Auch der hat schon bessere Zeiten gesehen.
Man tut so, als wären die ganzen, hauptsächlich US-Stars schon einmal hier gewesen und schreibt deren Namen vor die Umkleiden. Ich denke nicht, daß sie hier waren, denn sie wären verhungert. Es handelt sich fast durchgängig um US-Amerikaner. Diese sprechen nach dem Willen Gottes nur amerikanisches Englisch. Hier spricht aber niemand Englisch. Sie hätten also nix zu essen bestellen können und wären ergo verhungert. Außer bei McDonalds – da könnten sie am Automaten bestellen.

Achtet auf die Uhr!

Ich gehe davon aus, daß es Rolex zu teuer ist, die Uhr auszubauen … 😅
Wie wir aus MareTV wissen, ist es eine spezieller Knoten, mit dem das „Röckchen“ gebunden wird.
Fischabteilung im Carefour-Supermarkt
Lê Havre

Lê Havre

Wir stehen in einer Stadt, die einfach “ Der Hafen“ heißt. Die Altstadt wurde bei Alliiertenbombardements in 1944 quasi dem Erdboden gleichgemacht. Ein Wiederaufbau wurde bewußt ausgeschlossen. Ein 60-köpfiges Architektenteam wollte ein modernes Viertel errichten und das ist ihnen gelungen. Die ehemalige Altstadt erinnert mit ihren Bauten ein bisschen an die Karl-Marx-Allee in Berlin. Es ist nicht schön, ob es lebenswert ist, kann ich nicht einschätzen. In jedem Fall ist es der erste Stopp, bei dem wir im Restaurant sofort gefragt wurden, ob wir auf französisch oder englisch kommunizieren wollen. Was wir dankbar taten – englisch. Denn das ist tatsächlich ein Problem. Unabhängig davon, daß Franzosen oft keine andere Sprache als Französisch sprechen wollen, können sie es oft schlichtweg nicht. Morgen geht es in das Bad an der Kanalküste, nach Deauville.

Die Eglise Saint Michel von innen. Selten so etwas düsteres gesehen. Da kommt nicht mal der schwarze Dom in Trontheim (Norwegen) ran.
Die Kirche des heiligen Michael. Nach der Zerstörung 1944 neu interprettiert.
Monument zum Gedenken an alle, die von den Nazis getötet, verschleppt wurden, oder bei der Befreiung starben.

Wir stehen etwas außerhalb und wollten die Stadt mit den Rädern erkunden. Was für eine Schnapsidee! Die Stadt liegt in einem Tal, das nur über andere Täler erreichbar ist. Also ließen wir die Räder irgendwann stehen und liegen über gefühlt 4235 Treppenstufen nach unten in die Stadt. Rückzu hatte ich keine Lust mehr und wir nahmen die Seilbahn.
Yport

Yport

Wir stehen immer noch in Fécamp. Heute schnappten wir uns die Wanderstiefel und wanderten nach Yport. Das ist ein einziges Nest an der Kanalküste. Aber allerliebst.

Da neben Regen ab 15 Uhr auch heftige Gewitter angesagt waren, nahmen wir rückzu den Bus. Und das ist erst ein Abenteuer. Der Bus fuhr exakt dieselben Straßen, in denen mir mit dem Womo ob deren Enge und des Gegenverkehrs schon schlecht wird. Der Busfahrer war auch nicht gut gelaunt. Aufgrund der erheblichen Verspätung schaltete er auch den Haltewunsch der Fahrgäste immer wieder aus. Daß es nicht mehr Spiegel gekostet hat, überraschte mich dann zum Schluß doch angenehm. Wir werden unsere morgige Abfahrt mit dem Busfahrplan synchronisieren 🧐.

Weiter geht’s

Weiter geht’s

Wir waren also gestern in Dieppe. Das ist eine relativ kleine Stadt an der Atlantikküste. Auch hier spielen Fisch, Krabben und Muscheln eine tragende Rolle.

Gerade angelandet, frischer geht es nicht.
In den hinteren Kisten sind Krabben. Einfach vergrößern.

Und die Restaurants machen super Essen daraus. Kannste glauben und heben wir getestet.

Und die Gezeiten finde ich absolut faszinierend.

Ebbe
Flut. Gleicher Standort wie Bild davor.

In Dieppe versuchten schon 1942 ein Schottisches Regiment und Kanadische Flieger einen Angriff auf die deutsche Besatzung. Sie scheiterten leider kläglich. Was ich jedoch spannend finde, ist, die Briten erklären Hitlerdeutschland den Krieg und schicken dann Schotten und Kanadier.

Fußgängerbrücke über der Hafeneinfahrt wir nach einer Schiffsdurchfahrt wieder für die Fußgänger und Radfahrer in Stellung gebracht.

Heute stehen wir auf einem kleinen, süßen Campingplatz in Fécamp. Die Anfahrt ist etwas schwierig, weil französische Straßen nicht nur lochmäßig beschissen sind, sondern in den Ortschaften auch noch fürchterlich eng. Das ist zum Teil bewußt, um den Verkehr zu entschleunigen, bedeutet aber auch Schäden an Fahrzeugen, wie an den auf jeder Straße angebrachten Pollern deutlich anzusehen ist.

Blick aus dem Fenster
3 Stunden später 😩
La Mer

La Mer

Wir schnappten die Räder und fuhren zuerst nach Mers-les-Bains. Das sind ca. 3 km von unserem Standort aus. Es ist ein altes Seebad. Und ‚alt“ trifft es echt. Die ehemals mondänen Villen und Pensionen sind heruntergekommen und teilweise dicht am Verfall.

Für Franzosen ein normaler Weg, der viel Umweg erspart.
Was müssen das für Zeiten gewesen sein. Der Ort wurde mit einer Eisenbahnanbindung das Seebad der Pariser

Von hier aus ging es zu Fuß nach Letreport. Liegt gleich daneben, ist aber dann schon Normandie, unser Ziel. Hier spielt der Hafen eine große Rolle und auch die Gezeiten. Heute zeigte meine Uhr einen Tidenhub von 9 m an.

Gerade einsetzende Ebbe
Ebbe
Ebbe
Das Grüne an dem roten Dalben ist der normale Wasserstand bei Flut.
Die Stadt lebt von Fisch- und besonders vom Krabbenfang. Das sind Fangkörbe
Die Poller des Hafens wurden mit alten Kanonen realisiert.
Mit dieser Vorrichtung konnte man die Hafeneinfahrt sperren.

Morgen geht es nach Dieppe weiter. Und übermorgen soll es ausgiebig regnen 😒.