Lê Havre

Lê Havre

Wir stehen in einer Stadt, die einfach “ Der Hafen“ heißt. Die Altstadt wurde bei Alliiertenbombardements in 1944 quasi dem Erdboden gleichgemacht. Ein Wiederaufbau wurde bewußt ausgeschlossen. Ein 60-köpfiges Architektenteam wollte ein modernes Viertel errichten und das ist ihnen gelungen. Die ehemalige Altstadt erinnert mit ihren Bauten ein bisschen an die Karl-Marx-Allee in Berlin. Es ist nicht schön, ob es lebenswert ist, kann ich nicht einschätzen. In jedem Fall ist es der erste Stopp, bei dem wir im Restaurant sofort gefragt wurden, ob wir auf französisch oder englisch kommunizieren wollen. Was wir dankbar taten – englisch. Denn das ist tatsächlich ein Problem. Unabhängig davon, daß Franzosen oft keine andere Sprache als Französisch sprechen wollen, können sie es oft schlichtweg nicht. Morgen geht es in das Bad an der Kanalküste, nach Deauville.

Die Eglise Saint Michel von innen. Selten so etwas düsteres gesehen. Da kommt nicht mal der schwarze Dom in Trontheim (Norwegen) ran.
Die Kirche des heiligen Michael. Nach der Zerstörung 1944 neu interprettiert.
Monument zum Gedenken an alle, die von den Nazis getötet, verschleppt wurden, oder bei der Befreiung starben.

Wir stehen etwas außerhalb und wollten die Stadt mit den Rädern erkunden. Was für eine Schnapsidee! Die Stadt liegt in einem Tal, das nur über andere Täler erreichbar ist. Also ließen wir die Räder irgendwann stehen und liegen über gefühlt 4235 Treppenstufen nach unten in die Stadt. Rückzu hatte ich keine Lust mehr und wir nahmen die Seilbahn.
Yport

Yport

Wir stehen immer noch in Fécamp. Heute schnappten wir uns die Wanderstiefel und wanderten nach Yport. Das ist ein einziges Nest an der Kanalküste. Aber allerliebst.

Da neben Regen ab 15 Uhr auch heftige Gewitter angesagt waren, nahmen wir rückzu den Bus. Und das ist erst ein Abenteuer. Der Bus fuhr exakt dieselben Straßen, in denen mir mit dem Womo ob deren Enge und des Gegenverkehrs schon schlecht wird. Der Busfahrer war auch nicht gut gelaunt. Aufgrund der erheblichen Verspätung schaltete er auch den Haltewunsch der Fahrgäste immer wieder aus. Daß es nicht mehr Spiegel gekostet hat, überraschte mich dann zum Schluß doch angenehm. Wir werden unsere morgige Abfahrt mit dem Busfahrplan synchronisieren 🧐.

Weiter geht’s

Weiter geht’s

Wir waren also gestern in Dieppe. Das ist eine relativ kleine Stadt an der Atlantikküste. Auch hier spielen Fisch, Krabben und Muscheln eine tragende Rolle.

Gerade angelandet, frischer geht es nicht.
In den hinteren Kisten sind Krabben. Einfach vergrößern.

Und die Restaurants machen super Essen daraus. Kannste glauben und heben wir getestet.

Und die Gezeiten finde ich absolut faszinierend.

Ebbe
Flut. Gleicher Standort wie Bild davor.

In Dieppe versuchten schon 1942 ein Schottisches Regiment und Kanadische Flieger einen Angriff auf die deutsche Besatzung. Sie scheiterten leider kläglich. Was ich jedoch spannend finde, ist, die Briten erklären Hitlerdeutschland den Krieg und schicken dann Schotten und Kanadier.

Fußgängerbrücke über der Hafeneinfahrt wir nach einer Schiffsdurchfahrt wieder für die Fußgänger und Radfahrer in Stellung gebracht.

Heute stehen wir auf einem kleinen, süßen Campingplatz in Fécamp. Die Anfahrt ist etwas schwierig, weil französische Straßen nicht nur lochmäßig beschissen sind, sondern in den Ortschaften auch noch fürchterlich eng. Das ist zum Teil bewußt, um den Verkehr zu entschleunigen, bedeutet aber auch Schäden an Fahrzeugen, wie an den auf jeder Straße angebrachten Pollern deutlich anzusehen ist.

Blick aus dem Fenster
3 Stunden später 😩
La Mer

La Mer

Wir schnappten die Räder und fuhren zuerst nach Mers-les-Bains. Das sind ca. 3 km von unserem Standort aus. Es ist ein altes Seebad. Und ‚alt“ trifft es echt. Die ehemals mondänen Villen und Pensionen sind heruntergekommen und teilweise dicht am Verfall.

Für Franzosen ein normaler Weg, der viel Umweg erspart.
Was müssen das für Zeiten gewesen sein. Der Ort wurde mit einer Eisenbahnanbindung das Seebad der Pariser

Von hier aus ging es zu Fuß nach Letreport. Liegt gleich daneben, ist aber dann schon Normandie, unser Ziel. Hier spielt der Hafen eine große Rolle und auch die Gezeiten. Heute zeigte meine Uhr einen Tidenhub von 9 m an.

Gerade einsetzende Ebbe
Ebbe
Ebbe
Das Grüne an dem roten Dalben ist der normale Wasserstand bei Flut.
Die Stadt lebt von Fisch- und besonders vom Krabbenfang. Das sind Fangkörbe
Die Poller des Hafens wurden mit alten Kanonen realisiert.
Mit dieser Vorrichtung konnte man die Hafeneinfahrt sperren.

Morgen geht es nach Dieppe weiter. Und übermorgen soll es ausgiebig regnen 😒.

Die Vögel

Die Vögel

So, gestern tauschte ich mit meinem Rad die Rollen und nicht das Rad trug mich, sondern ich das Rad.

Dann konnten wir uns noch eine Elster ansehen, die den Nachbartisch aufräumen.

Jetzt stehen wir im Schoßpark von Eu. Kein Witz. Es ist der Park, der zu diesem Schloß gehört.

Es gibt ein Museum und die Gemeindeverwaltung im Schloß von Eu.

Morgen geht es mit den Rädern (ja, meins ist repariert. Wir waren gestern noch bei Decathlon und holten für mich zwei Schläuche) ans Meer.

(S)Pannen(der) Tag

(S)Pannen(der) Tag

Ich hasse Radfahren🤮. Und dabei waren wir gerade bei Decathlon, im Mutterland. Und meine Lieblingsfrau sagte noch:“ Laß uns Schläuche für die Fahrräder mitnehmen.“. Ich sagte:“ So’n Quatsch. Was soll schon passieren?“. Und dann auf dem Rückweg das:

Ich kônnte im Strahl kotzen

Das passierte in Amiens glücklicherweise erst am Ende des Tages. Amiens selbst ist eine schöne und entspannte Stadt. Sie beherbergt den größten Sakralbau Frankreichs, die Notre Dame de Amiens. Diese Kathedrale ist vom Innenvolumen doppelt so groß, wie die Notre Dame von Paris. Und der Bau ist über 800 Jahre alt. Außerdem ist Jules Verne in Amiens begraben. Er lebte hier die letzten 18 Jahre bis zu seinem Tod und bezeichnete die Stadt als seine Heimat. Es gibt ein kleines und süßes Museum. Das lohnt sich allerdings nur für die, die mit Jules Verne überhaupt etwas anfangen können.

Unterwegs gefunden , 😃
Notre Dame de Amiens

Die Nautilus als Modell
Das Arbeitszimmer von Verne’s Verleger Hetzel
Die Reiseroute von „In 80 Tagen um die Welt“

Der nachgebauten Steuerstand seiner Yacht. Er war ein passionierter Bootfahrer und Segler.

Die Rakete, mit der seine Protagonisten zum Mond flogen

Außerdem gibt die Ladebuchse meines Handy’s den Geist auf und ich habe mir eine induktive Station gekauft. Daher gab es die ein oder andere Panne.

Wieder unterwegs

Wieder unterwegs

Wir haben Urlaub und es wurde Zeit. Auf der Arbeit ist viel zu tun und jede Menge Termine. Also schlug die Lieblingsfrau vor, mit dem Womo in die Bretagne zu fahre. Ich schmiß kurz Google Maps an und stellte fest – es sind 1600 km. Sind mit dem langsamen Womo gute 3 Tage Fahrt und wir haben nur 3 Wochen. Also verkürzte ich auf die Normandie. Das sind 500 km weniger. Jetzt stehen wir nach den ersten 500 km in der Nähe von Hamm auf einem süßen kleinen Parkplatz. Morgen geht es weiter, erst einmal nach Amiens. Das ist zwar noch nicht Normandie, scheint sich aber zu lohnen und liegt halt auf dem Weg.

Ich kann mich gar nicht genug ergötzen (hat etwas mit Götzen zu tun)

Ich kann mich gar nicht genug ergötzen (hat etwas mit Götzen zu tun)

Glücklicherweise kann man https://truthsocial.com/@realDonaldTrump im Gegensatz zu anderen sozialen Medien problemlos per Browser abrufen. Sonst würde mir echt was entgehen.

260415_Gott_Trump_Trumpfkarte

Die Ir(r)en für Trump schreiben: Ich war nie ein sehr religiöser Mann aber “Scheint es nicht so, als ob Gott angesichts all dieser entlarvten satanischen, dämonischen, Kinder opfernden Monster seinen Trumpf ausspielt!” Ich habe es extra von Google Translate übersetzen lassen, weil ich fürchtete, mein Hirn spielt mir einen Streich. Und Donald kommentiert das von ihm geteilte Bild mit: “Die radikalen Linksverwirbelten mögen das vielleicht nicht, aber ich finde es ganz schön!!! Präsident DJT”. Ich gehe davon aus, daß “Donald” das Unwort der kommenden 10 Jahre wird. So in der Art: “ Ey, Du Donald”. Und der darf Krieg führen. Militärisch gegen wen auch immer, auch wenn er den Gegner nicht auf der Landkarte findet. Und ökonomisch gegen die ganze Welt.

Aber jetzt mal ernsthaft. Ein Land, in dem soetwas möglich ist, ist echt unser engster Verbündeter?

Ich muß mich doch mal zu Timmy äußern

Ich muß mich doch mal zu Timmy äußern

Leider kann ich die Diskussionen in den sozialen Netzwerken nicht live miterleben. Mir muß reichen, was die anderen Medien dazu bringen. Um vieles kommt man aber auch bei n-tv, Spiegel, Berliner Zeitung u.ä. nicht drumherum. So auch um Timmy, den Wal, der in der Ostsee vor Wismar gestrandet ist. Bisher fand ich es eigentlich nur amüsant, zu lesen, daß irgendwie jeder offensichtlich Experte ist. Dr. Google und Prof. Youtube halt Smile. Ich bin aufgrund meiner in vielen Fällen recht pragmatischen Einstellung durchaus der Meinung, daß man Tiere, die keine Chance mehr haben und wahrscheinlich auch Schmerzen, durchaus erlösen sollte. Das gilt übrigens aus meiner Sicht auch für Menschen, sofern sie das wünschen. Tiere kann man leider nicht fragen. Wie ich nun Spiegel, n-tv oder auch der Berliner Zeitung entnehmen kann, ergießt sich ein gewaschener Shitstorm über Leute, die Ahnung haben, von Leuten, die keine Ahnung, aber eine Meinung oder einen Standpunkt haben. Bis hierher hätte ich mich nicht zu Wort gemeldet, denn das scheint inzwischen normal zu sein. Jetzt kommt aber ein neuer Drive hinzu. Nachdem die Landesregierung McPom eigentlich beschlossen hatte, den Wal in Ruhe sterben zu lassen, weil Experten (solche, die Ahnung haben) sagten, er wäre nicht mehr zu retten, bot sich jetzt eine private Initiative an, einen weiteren Versuch zur Rettung des Tieres zu unternehmen. Und dieses Ansinnen wurde genehmigt. Das, finde ich, hat Größe. Denn man stelle sich vor, diese neue Initiative schafft es und rettet den Wal!  Im Zentrum des darauf folgenden Shitstorms von allen, die es schon immer besser wußten,  möchte ich nicht stehen. Aber McPom´s Umweltminister Till Backhaus riskiert es, läßt es darauf ankommen. Respect!

Es gibt auch Lustiges

Es gibt auch Lustiges

Nachdem ich heute bei n-tv las, das 80% der Bundesbürger mit Herrn Merz unzufrieden sind  und ein paar Artikel weiter, daß „nur noch 71% “ der Russen mit Putin zufrieden sind  , habe ich mich vor Lachen fast nicht mehr eingekriegt.

(https://www.n-tv.de/politik/Drei-Gruende-warum-Merz-so-unbeliebt-ist-id30712503.html)

(https://www.n-tv.de/politik/Russland-geht-offline-und-die-Menschen-sind-wuetend-id30711307.html)

Wieder zu Hause

Wieder zu Hause

Nachdem wir heute noch in der Fischerei Köllnitz waren, kamen wir vor einer Stunde zu Hause an. Es war ein schönes und entspanntes Wochenende.

Apropos Köllnitz: die sind insolvent. Haben aber einen hervorragenden Fischimbiss (mehrfach getestet) und wohl ein richtig gutes Restaurant ( nicht getestet). Solltet Ihr also in der Nähe sei, einfach hingehen, Fischbrötchen essen, ein Bier trinken und, wenn man will, angeln. Vielleicht hilft es. Denn um die Fischerei würde es uns leidtun.

Wir können jetzt einen Bankraub planen

Wir können jetzt einen Bankraub planen

denn unser Wohnmobil ist ganz offiziell ein Fluchtfahrzeug.

Wir stehen wie schon erwähnt auf einem Stellplatz am Scharmützelsee. Der Platz ist schön, aber nicht ganz plan. Daher stand ich mit dem Arsch in Richtung Ein/Ausfahrt. Denn im Ernstfall, z.B. bei Feuer oder Sturzfluten oder Raketeneinschlägen flüchten nur völlig Bekloppte mit dem Wohnmobil. Aber mit dem Zettel oben haben wir nun die amtliche Bestätigung, daß es ein Fluchtfahrzeug ist. Also können wir damit auch eine Bank ausrauben. Bin schon auf die Verfolgungsfahrt mit der Polizei gespannt. Die sollen sich warm anziehen. Auf der Autobahn fahre ich ca. 85 km/h, konnte aber bis 120 aufdrehen😂.

Unsere heutige Fahrradtour:

Ostern, ein Fest des Friedens

Ostern, ein Fest des Friedens

Es ist Gründonnerstag. Ein langes Wochenende steht bevor und fürs Boot ist es noch zu kalt. Wir stiegen also ins Wohnmobil und stehen jetzt am Scharmützelsee. Irgendwo zwischen Storkow und Bad Saarow.

Der Scharmützelsee
Ich entschuldige mich

Ich entschuldige mich

Ich habe am 11.03.2026 angekündigt, mich zu entschuldigen. Das tue ich hiermit. Denn die Bundesregierung hat es vor Ende des Krieges gegen den Iran geschafft, die Regelung auf den Weg zu bringen, daß Tankstellen nur noch einmal am Tag den Preis für Sprit ändern dürfen.

Jetzt ist aber die Bundesregierung dran, sich zu entschuldigen! Denn: Hat´s was gebracht?

Ich mag die Berliner Zeitung

Ich mag die Berliner Zeitung

Ich gucke immer mal gern quer durch die Leidmedien. Dabei fällt mir oft die unterschiedliche, von welcher Sichtweise auch immer geprägte Berichterstattung auf. Heute war es besonders krass, was es eigentlich immer ist, wenn auch nur ansatzweise Israel ins Spiel kommt. Die Berliner Zeitung und die Morgenpost (Funke Mediengruppe) berichten über ein und dasselbe Ereignis. Dennoch könnte man denken, es sei von verschiedenen die Rede. Es geht um die Vorführung des Films “Desunited Nations” im Kino Babylon in Berlin. Erst einmal Respekt an das Kino. Denn es ist heute nicht mehr selbstverständlich, Filme zu zeigen, die nicht der der vorgegebenen Linie entsprechen (mein Gott, wie mich das an die DDR erinnert). So bekam das Kino Aufforderungen, den Film nicht auszustrahlen, denn es geht um die UNO und den nahen Osten. Und genau da liegen Israel, die Palästinensergebiete und der Iran. Als Gast war Francesca Albanese anwesend. Sie ist UN-Sonderberichterstatterin für den nahen Osten und hat wiederholt die israelische Kriegsführung kritisiert.

In jedem Fall bringen beide Zeitungen Berichte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. In der Morgenpost steht nach meiner Auffassung der Protest gegen die Veranstaltung im Mittelpunkt. Während die Berliner aus meiner sicht recht sachlich berichtet. sie berichtet, daß in etwas gleich viel Protestler wie Unterstützer aufmarschierten. Bei den Fotos zeigt die Berliner die Unterstützer, was nicht schlimm ist, denn sie sagte ja, daß in etwa gleich viele Protestler anwesend waren. Die Morgenpost zeigt nur das Foto der Protestler mit Israelfahnen. Im Text wird folgendes erwähnt: “Nach Beobachtung eines dpa-Reporters fanden sich auch Unterstützerinnen und Unterstützer von Albanese ein.”

Es geht in den Berichten auch um das Video einer Rede, in der Albanese behauptet haben soll, daß Israel der gemeinsame Feind der Menschheit sei. Dieses Video wurde ganz offensichtlich manipuliert. Zumindest sehen das Amnesty International (https://www.amnesty.at/presse/ministerin-meinl-reisinger-verbreitet-desinformation-zu-un-sonderberichterstatterin-amnesty-international-fordert-richtigstellung/), der Freitag (https://www.freitag.de/autoren/hanno-hauenstein/israel-palaestina-und-francesca-albanese-wovon-ein-gekuerztes-video-ablenkt) und offensichtlich auch die Bundesregierung so, wie eine kurze Diskussion im Rahmen Regierungspressekonferenz vom 13.02.2026 zeigt (https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/regierungspressekonferenz-2756380). Denn dem Vorwurf, ,daß es eine manipulierte Version des Videos gibt wird hier nicht widersprochen. Ich gehe davon aus, daß die Ersteller des Videos im Rahmen des Kampfes gegen Desinformation gejagt und bestraft werden. alternativ kann man sie auch auf eine EU-Sanktionsliste setzen, wie man es mit dem ein oder anderen Journalisten tut (z.B. hier: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/eu-sanktionen-wegen-desinformation-wider-recht-und-meinungsfreiheit-li.10018389?id=feff8fab811d45c291abe346dcd9ec0c oder hier: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/koennen-unsere-kinder-nicht-mehr-ernaehren-behoerden-sperren-konten-von-journalisten-ehefrau-li.10027407 – Bezahlschranke)

Den Vogel abgeschossen hat die Morgenpost jedoch mit: “Als sie zuletzt in einer Rede im Zusammenhang mit Israel von einem „gemeinsamen Feind“ sprach, forderten Deutschland und Frankreich ihren Rücktritt.”  Und mehr hat die Morgenpost nicht dazu zu sagen. Wäre diese Aussage in irgendeiner Form zugunsten Russlands gefallen, wäre es Desinformation, hybride Kriegsführung und was weiß ich. Aer so, bleibt es einfach so stehen und macht den Eindruck, Albanese sei: die “Israel-Hasserin”, welche den Rücktritt bei der UN ablehnt (https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/francesca-albanese-israel-hasserin-der-un-will-nicht-zuruecktreten-698ef3350abe5c8b74ece246).

Ich finde es beschämend, wie wir zusehen, daß internationale Institutionen zerstört werden. wie wir zusehen, daß es Länder gibt, die internationale Institutionen wie den Internationalen Strafgerichtshof oder UNO-Mitarbeiter sanktionieren oder versuchen, sie medial zu zerstören. Wir Deutschen sollten uns ganz besonders erinnern, wie wichtig diese Institutionen sind, wie wichtig Regeln sind, Menschen zu schützen. Wir haben den letzte Weltkrieg verursacht, wir haben Millionen Juden umgebracht. Beides war vor meiner Zeit, dennoch schäme ich mich für beides. 

Auf jeden Fall fühle ich mich von der Berliner Zeitung objektiver und damit besser informiert, als von den westlichen Leidmedien.

Nachlesen könnt Ihr beides hier:

https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article411602233/kino-babylon-proteste-bei-auftritt-von-francesca-albanese-in-berlin.html

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/francesca-albanese-berlin-gaza-film-babylon-li.10027791

USA gehen in Führung

USA gehen in Führung

Gerade kam im Ticker die Meldung, daß entweder die USA oder Israel eine iranische Entsalzungsanlage angegriffen und außer Betrieb gesetzt haben. Angriffe auf die Trinkwasserversorgung sind Kriegsverbrechen. Sie sind nicht anders zu bewerten, als russische Angriffe auf Wärmekraftwerke in der Ukraine. Werden sie aber.

Iran_Entsalzungsanlage_angegriffen

Zum Vergrößern draufklicken. Quelle: www.n-tv.de Liveticker am 31.03.2026

Es gibt übrigens Veröffentlichungen des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zur völkerrechtlichen Einschätzung der wiederholten Angriffe Israels und der USA auf den Iran und des angriff der USA auf Venezuela. Im Fall des Angriffs auf den Iran im Juni 2025 wird im Fazit folgendes formuliert:

“ 7.4. US-Militäroperation Midnight Hammer

Die US-Militäroperation Midnight Hammer gegen iranische Atomanlagen lässt sich – entgegen
dem amerikanischen Rechtfertigungsnarrativ – nicht auf das Recht auf kollektive Selbstverteidi-
gung nach Art. 51 VN-Charta stützen. Dazu müsste die israelische Militäroperation Rising Lion,
zu deren Unterstützung die US-Militärschläge gegen den Iran erfolgt sind, aber selbst völker-
rechtskonform und vom Selbstverteidigungsrecht gedeckt gewesen sein. Daran bestehen jedoch
– wie bereits ausgeführt – erhebliche Zweifel.”

Vollständig zu finden unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/1098542/WD-2-029-25.pdf

Hinsichtlich Israels sind sich die Wissenschaftler offensichtlich nicht ganz einig, aber sie haben erhebliche Zweifel.

Zum US-Angriff auf Venezuela scheint es jedoch keine Zweifel zu geben. Hier bringen sie es gleich am Anfang auf den Punkt:

“Selten ist ein Sachverhalt in völkerrechtlicher Hinsicht sowohl in der deutschen als auch in der
internationalen Völkerrechtslehre so eindeutig verurteilt worden wie die US-Operation „Abso-
lute Resolve“ in Venezuela. “

Anschließend nehmen sie die Argumente der USA auseinander. Zu finden hier: https://www.bundestag.de/resource/blob/1143098/WD-2-001-26.pdf

Und natürlich fehlt auch der aktuelle, inzwischen seit einem Monat laufende Angriff auf den Iran nicht. In dieser Abhandlung untersuchen sie die möglichen Folgen von Unterstützungstaten eines völkerrechtswidrigen Angriffs. Z.B. die Bereitstellung von Militäbasen, von denen aus Angriffshandlungen durchgeführt oder vorbereitet werden. Wie sich der Ein oder Andere sicher erinnern kann, gab es zu Zeiten des letzten US-Angriffs auf den Irak (übrigens auch völkerrechtswidrig) Berichte, nach denen die extraordinary Renditions über die US-Militärbasis Ramstein durchgeführt wurden. Ja, es geht um die Hüterin der Moral, um die Verfechterin der Gerechtigkeit im Völkerrecht, um die Bundesrepublik Deutschland. Hierzu stellen sie einleitend erst einmal fest:

“Nach herrschender Ansicht stellen die US-amerikanischen (und israelischen) Angriffe einen völ-
kerrechtswidrigen Verstoß gegen das in Art. 2 Abs. 4 VN-Charta niedergelegte Gewaltverbot dar,
da sie weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt sind noch vom VN-Sicherheitsrat gem.
Art. 42 VN-Charta autorisiert wurden.”

Um dann weiter zu erläutern: 

“Wird Deutschlands Staatenverantwortlichkeit im vorliegenden Zusammenhang bejaht, so
kommen unter den Formen der Wiedergutmachung nach Art. 34 der ILC-Artikelentwürfe
insbesondere finanzieller Schadensersatz (Art. 36 der ILC-Artikelentwürfe) und Genugtu-
ung (Art. 37 der ILC-Artikelentwürfe) in Betracht. Die Genugtuung kann gem. Art. 37 Abs.
2 der ILC-Artikelentwürfe ‚in einer Anerkennung der Verletzung, einer Erklärung des Be-
dauerns, einer formalen Entschuldigung oder in einer anderen angemessenen Vorgehens-
weise bestehen‘.”

In Gänze hier: https://www.bundestag.de/resource/blob/1161060/EU-6-030-26.pdf 

Ich sehe schon, wie der oder die dann amtierende Bundeskanzler/in sich beim Ayatollah entschuldigt. Und unter Schaden vom deutschen Volk abwehren, verstehe ich etwas anderes.

Was wir aus dem Völkerrecht machen, ist Völkerball. Der stärkste und schnellste schießt alle anderen ab. In jedem Fall steht es im Spiel Russland vs. USA seit 2020 1 zu 3 für die größte und älteste Demokratie der Welt. Die USA liegen in Führung.

Ich frage mich nur, warum die Bundesregierung ihnen das nicht offiziell zugesteht. Der Präsident der USA ist immer dafür zu haben, der Bessere zu sein. Kann doch eigentlich kein Problem sein.