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Kategorie: Wirtschaft

Wirtschaftsstandort

Wirtschaftsstandort

Derzeit wird viel über den Wirtschaftsstandort BRD sinniert und es kommen die krudesten Theorien zum Vorschein. Eine davon lautet, daß die Arbeit hier zu teuer ist. Sie ist mit Abgaben belastet, welche in anderen Ländern nicht anfallen. Das ist per se korrekt. und man hätte auch früher darauf kommen können. Z.B., bevor man einen großen, gemeinsamen Markt wie die EU bildet. Denn es gibt in der EU Länder, in denen die Arbeitsstunde im Schnitt relativ wenig kostet und Länder, in denen sie (wie in der BRD) relativ viel kostet. Dabei rede ich noch nicht mal von Globalisierung! Ich als Kaufmann (ja, ich bin Kaufmann) würde nun folgendes tun: Ich würde in Ländern produzieren, in denen die Arbeitsstunde wenig kostet und damit auch niedrige Löhne bezahlt werden und z.B. Auflagen fehlen und dann würde ich mit Vorliebe in Ländern verkaufen, in denen hohe Löhne bezahlt werden. Denn da ist im Normalfall die Kaufkraft höher und ich kann höhere Preise erzielen. Und genau das passiert, man nennt es Gewinnmaximierung.  Und das passiert im Rahmen der Globalisierung, die derzeit Pause macht, weltweit. Man muß kein Ökonom oder Nobelpreisträger für Wirtschaft sein, um auf solche Ideen zu kommen. Es gibt nun die Möglichkeit, daß wir uns darauf einlassen und den Weg nach unten mitmachen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, daß man die heimische Produktion schützt. Wenn Firmen der Meinung sind, sie müßten in Indien produzieren, weil es dort günstiger ist, sollen sie ihre Produkte auch in Indien verkaufen. Wenn sie hier bei uns verkaufen möchten, was sie in Indien produziert haben, sollte man zumindest einen Teil des Maximalprofits abschöpfen. Ob der Weg, den die USA derzeit gehen der Richtige ist, sei mal dahin gestellt. Aber statt darüber nachzudenken, wie man mit Sozialabbau den Standort für Investoren attraktiv macht, könnte man auch darüber nachdenken, wie man es für Investoren weniger attraktiv macht, in Indien zu produzieren und in der BRD zu verkaufen. Dafür gäbe es Wege, man müßte nur den Mut haben, diese zu gehen.

Zur Illustration des Ganzen habe ich mal den berühmten Aspirin-Vergleich bemüht. Trotz intensiver Internetrecherche habe ich nur Zahlen aus dem Jahr 2016 gefunden. Und zwar bei der Bild Smile.

Aspirin_Bild_2016

(Screenshot: https://www.bild.de/geld/wirtschaft/aspirin/aspirin-preise-vergleich-47361658.bild.html).

Und laut Bayer kommen die Tabletten alle aus Spanien, aus dem Werk in Asturien (https://www.investinasturias.es/de/caso-exito/bayer-4/).

Zum Preisunterschied Griechenland und Spanien sei einfach nur erwähnt; Das BIP je Einwohner liegt in Spanien bei 35.151 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Spanien) und in Griechenland bei 24.716 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Griechenland). In der BRD bei 56.087 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland) und in Norwegen bei 86.587 USD (https://de.wikipedia.org/wiki/Norwegen). Alle Zahlen stammen aus aktuellen Wikipediaeinträgen, sind also nicht auf das Jahr 2016 bezogen. allerdings dürfte sich an den Relationen nicht allzu viel geändert haben.

Man nimmt also, was man kriegen kann. 

Entweder legen wir der Wirtschaft Fesseln an, oder sie uns.

Ich halte das auch für ein Problem für die Demokratie. Denn Demokratie lebt davon, daß die Gesellschaftsform von einer Mehrheit akzeptiert wird.