Sind wieder zu Hause
Morgen geht der Alltag wieder los.
Morgen geht der Alltag wieder los.
Es soll das schönste Dorf Frankreichs sein. Und ja, es ist idyllisch und süß. Wir stehen hier auf dem örtlichen Campingplatz. Eigentlich waren 2 Nächte geplant, nun wurden es 3. Ich habe zum einen beschissen geschlafen, bin müde. Zum anderen ist Scheißwetter mit Windgeschwindigkeiten in Böen von 70 km/h. Da muß man mit einer Schrankwand nicht unterwegs sein.
Der Ort selbst ist keltischen Ursprungs. Er wurde 1015 erstmals erwähnt, Wilhelm der Eroberer ließ hier eine Burg bauen. Berühmt wurde der Ort u.a. durch den Fund eines keltischen Münzschatzes, welcher wohl im Jahr 80 v. Christus vergraben wurde. Wann er gefunden wurde ist schwerer zu recherchieren, als der Zeitpunkt des Vergrabens.
Hier hat Maurice Ravel (Bolero) von 1917-1920 gelebt.
Kirche Saint Denise

Gestern erwanderten wir die Gegend und kamen in der Abbey de Mortemer an. Hier steht ein Herrenhaus mit Resten von Wandelgängen und Ruinen der alten Klosterkirche. Der Eintritt kostet 8,50 € und berechtigt auch zum Besuch des Museums. Und das hat es in sich! Es ist eine groteske, wilde Ansammlung von Kuriositäten. Da werden Stoffpuppen in den Gewändern des Richard Löwenherz ( welcher tatsächlich in der Normandie eine Weile in Geiselhaft saß, weil sein Bruder John ihn nicht freikaufte – kann man bei Robin Hood nachlesen 🧐😂) oder in Bischofsgewändern präsentiert. Es gibt unglaublich viel Nippes, alles angeblich aus der Zeit vor und nach der französischen Revolution. Die Abbey ist eine schöne und große Anlage, welcher man ansehen kann, daß Mönche Selbstversorger waren. Es gibt einen Fischteich, der noch heute eine hohe Fischzahl beherbergt, es gibt Flächen für das Vieh, einen Brunnen, einen Bach, der das Gelände durchfließt und es gab eine Wassermühle.





Heute regnet es den ganzen Tag und ich habe das Womo nur einmal verlassen, um für die weitere, ungeplante Nacht zu bezahlen.
So, gestern waren wir in Rouen. Es war wie Rotenburg ob der Tauber. Touristen ohne Ende. Und auch traumatisch. Wir stehen in einer Straße und ich höre hinter mir einen Knall. Drehe mich um und sehe einen Mann auf dem Boden liegen und krampfen. Er blutete stark am Hinterkopf. Ich weiß nicht, ob er fiel, weil er krampfe, oder krampfte,weil er fiel. Was ich weiß, ich war völlig hilfllos. Der nächste Erste-Hilfe-Kurs ist fest geplant.
Rouen ist schön, aber voll. In der Notre-Dame von Rouen war ein unglaubliches Begängnis.



Der Campingplatz in Randville von dem aus wir Swordbeach besuchten, war nicht wie geplant für 2 Nächte unser zu Hause, sondern für ganze 4. Das ist zum Einen dem Platz selbst geschuldet, zum anderen der Gegend und zum dritten, den französischen Straßen. Ich hatte echt die Schnauze voll. Loch an Loch und hält doch. Und als ob das nicht schon genug wären sind die Straßen an vielen Stellen nicht nur Scheißeng, sondern auch mit Schikanen ausgestattet, die mich zwingen Slalom zu fahren oder wegen stiller Polizisten ständig zu bremsen. Autofahren macht hier keinen Spass.
Dafür waren wir mit den Rädern vorgestern in Caen. Die Stadt liegt am Ufer der Orne knapp 15 km von der Kanalküste und wurde zur Landung der Alliierten fast vollständig zerstört. Die Altstadt wurde nach Originalplänen wieder aufgebaut und das ist gelungen.




Wir sind in der Nähe von Caen. Im Norden der Ärmelkanal, im Süden die alte Stadt Caen. Heute ging es mit den Rädern zuerst nach Norden. Nach Ouistreham, wo der Strand Swordbeach hieß. Das ist der Strand, an dem am 06.06.1944 das Commonwealth, also Briten, Schotten und Kanadier in das Weltgeschehen eingriffen und dazu beitrugen, Deutschland in seine Schranken zu weisen. Es gab ein unglaubliches Gemetzel und vom Ort blieben nur wenige Häuser stehen, keines davon intakt. Und an der Stelle möchte ich festhalten – egal, wie ich zum heutigen Großbritannien oder auch den USA stehe, ich habe größten Respekt vor den damaligen Soldaten. Darum bin ich auch irritiert. Der Strand ist ein bisschen wie Disneyland. Es gibt ein Riesenrad, man kann Ponyreiten, es gibt eine GoCartBahn und vieles mehr. Dazwischen immer wieder Gedenken.



Morgen geht es nach Caen.
Wir sind in Deauville. Es soll das mondänste Seebad der ganzen Normandie sein. Allerdings nagt auch hier der Zahn der Zeit ganz erheblich und ich habe den Eindruck, wir kommen ein paar Jahre zu spät, um wirklich mondänes zu sehen. Der Purzelhase sagte , die Ostsee würde ihm besser gefallen und sei mondäner.


Achtet auf die Uhr!



Ist noch schlechter, als in der BRD.
Und die Straßen sind noch schlechter, als in Finnland. Und die sind in Finnland echt beschissen.
Wir stehen in einer Stadt, die einfach “ Der Hafen“ heißt. Die Altstadt wurde bei Alliiertenbombardements in 1944 quasi dem Erdboden gleichgemacht. Ein Wiederaufbau wurde bewußt ausgeschlossen. Ein 60-köpfiges Architektenteam wollte ein modernes Viertel errichten und das ist ihnen gelungen. Die ehemalige Altstadt erinnert mit ihren Bauten ein bisschen an die Karl-Marx-Allee in Berlin. Es ist nicht schön, ob es lebenswert ist, kann ich nicht einschätzen. In jedem Fall ist es der erste Stopp, bei dem wir im Restaurant sofort gefragt wurden, ob wir auf französisch oder englisch kommunizieren wollen. Was wir dankbar taten – englisch. Denn das ist tatsächlich ein Problem. Unabhängig davon, daß Franzosen oft keine andere Sprache als Französisch sprechen wollen, können sie es oft schlichtweg nicht. Morgen geht es in das Bad an der Kanalküste, nach Deauville.






Wir stehen immer noch in Fécamp. Heute schnappten wir uns die Wanderstiefel und wanderten nach Yport. Das ist ein einziges Nest an der Kanalküste. Aber allerliebst.
Da neben Regen ab 15 Uhr auch heftige Gewitter angesagt waren, nahmen wir rückzu den Bus. Und das ist erst ein Abenteuer. Der Bus fuhr exakt dieselben Straßen, in denen mir mit dem Womo ob deren Enge und des Gegenverkehrs schon schlecht wird. Der Busfahrer war auch nicht gut gelaunt. Aufgrund der erheblichen Verspätung schaltete er auch den Haltewunsch der Fahrgäste immer wieder aus. Daß es nicht mehr Spiegel gekostet hat, überraschte mich dann zum Schluß doch angenehm. Wir werden unsere morgige Abfahrt mit dem Busfahrplan synchronisieren 🧐.
Wir waren also gestern in Dieppe. Das ist eine relativ kleine Stadt an der Atlantikküste. Auch hier spielen Fisch, Krabben und Muscheln eine tragende Rolle.


Und die Restaurants machen super Essen daraus. Kannste glauben und heben wir getestet.
Und die Gezeiten finde ich absolut faszinierend.


In Dieppe versuchten schon 1942 ein Schottisches Regiment und Kanadische Flieger einen Angriff auf die deutsche Besatzung. Sie scheiterten leider kläglich. Was ich jedoch spannend finde, ist, die Briten erklären Hitlerdeutschland den Krieg und schicken dann Schotten und Kanadier.
Fußgängerbrücke über der Hafeneinfahrt wir nach einer Schiffsdurchfahrt wieder für die Fußgänger und Radfahrer in Stellung gebracht.
Heute stehen wir auf einem kleinen, süßen Campingplatz in Fécamp. Die Anfahrt ist etwas schwierig, weil französische Straßen nicht nur lochmäßig beschissen sind, sondern in den Ortschaften auch noch fürchterlich eng. Das ist zum Teil bewußt, um den Verkehr zu entschleunigen, bedeutet aber auch Schäden an Fahrzeugen, wie an den auf jeder Straße angebrachten Pollern deutlich anzusehen ist.


Wir schnappten die Räder und fuhren zuerst nach Mers-les-Bains. Das sind ca. 3 km von unserem Standort aus. Es ist ein altes Seebad. Und ‚alt“ trifft es echt. Die ehemals mondänen Villen und Pensionen sind heruntergekommen und teilweise dicht am Verfall.


Von hier aus ging es zu Fuß nach Letreport. Liegt gleich daneben, ist aber dann schon Normandie, unser Ziel. Hier spielt der Hafen eine große Rolle und auch die Gezeiten. Heute zeigte meine Uhr einen Tidenhub von 9 m an.







Morgen geht es nach Dieppe weiter. Und übermorgen soll es ausgiebig regnen 😒.
So, gestern tauschte ich mit meinem Rad die Rollen und nicht das Rad trug mich, sondern ich das Rad.
Dann konnten wir uns noch eine Elster ansehen, die den Nachbartisch aufräumen.
Jetzt stehen wir im Schoßpark von Eu. Kein Witz. Es ist der Park, der zu diesem Schloß gehört.

Morgen geht es mit den Rädern (ja, meins ist repariert. Wir waren gestern noch bei Decathlon und holten für mich zwei Schläuche) ans Meer.
Ich hasse Radfahren🤮. Und dabei waren wir gerade bei Decathlon, im Mutterland. Und meine Lieblingsfrau sagte noch:“ Laß uns Schläuche für die Fahrräder mitnehmen.“. Ich sagte:“ So’n Quatsch. Was soll schon passieren?“. Und dann auf dem Rückweg das:

Das passierte in Amiens glücklicherweise erst am Ende des Tages. Amiens selbst ist eine schöne und entspannte Stadt. Sie beherbergt den größten Sakralbau Frankreichs, die Notre Dame de Amiens. Diese Kathedrale ist vom Innenvolumen doppelt so groß, wie die Notre Dame von Paris. Und der Bau ist über 800 Jahre alt. Außerdem ist Jules Verne in Amiens begraben. Er lebte hier die letzten 18 Jahre bis zu seinem Tod und bezeichnete die Stadt als seine Heimat. Es gibt ein kleines und süßes Museum. Das lohnt sich allerdings nur für die, die mit Jules Verne überhaupt etwas anfangen können.











Außerdem gibt die Ladebuchse meines Handy’s den Geist auf und ich habe mir eine induktive Station gekauft. Daher gab es die ein oder andere Panne.
Wir haben Urlaub und es wurde Zeit. Auf der Arbeit ist viel zu tun und jede Menge Termine. Also schlug die Lieblingsfrau vor, mit dem Womo in die Bretagne zu fahre. Ich schmiß kurz Google Maps an und stellte fest – es sind 1600 km. Sind mit dem langsamen Womo gute 3 Tage Fahrt und wir haben nur 3 Wochen. Also verkürzte ich auf die Normandie. Das sind 500 km weniger. Jetzt stehen wir nach den ersten 500 km in der Nähe von Hamm auf einem süßen kleinen Parkplatz. Morgen geht es weiter, erst einmal nach Amiens. Das ist zwar noch nicht Normandie, scheint sich aber zu lohnen und liegt halt auf dem Weg.