Überraschung zu Hause
Mein Gott, ist Brandenburg ein schönes Land!
Schlaue Tiere
Berliner Seen
Wir holten gerade das Boot aus der Werft. Während des Urlaubs haben wir ein paar Dinge machen lassen. Z.B. eine neue Bordbatterie einbauen lassen. Das habe ich vor 15 Jahren noch selbst gemacht. 70 kg Batterie gemeinsam mit meiner Lieblingsfrau in den Motorraum gehievt. Heute nicht mehr! Die Rückfahrt nach Zeuthen war wenig erbaulich. Es sind fast nur noch Idioten auf dem Wasser. Riesenflösse, auf denen 20 Mann saufen, baden (was nur Spaß macht, wenn man mit einem lauten Schrei vom Dach ins Wasser springt), grillen oder alles gleichzeitig. Und zwar unbedingt mit fetten Blutoothboxen lauter Mucke. Ursprünglich sind wir wegen der Ruhe aufs Wasser gegangen. Aber seit es immer mehr Charterfirmen gibt, ist es damit echt vorbei. Die Leute gehen aufs Wasser, um Fun zu haben. Und alle sollen teilhaben. Im Gosener Kanal kamen uns 3 Jetski’s entgegen. Mit den Dingern darf man außerhalb gekennzeichneten Gebiete nur Schrittgeschwindigkeit fahren. In den gekennzeichneten Gebieten darf man dann rasen. Im Gosener Kanal darf man es nicht. Die 3 haben völlige Scheibe gespielt. An der Kanalwand Welle aufbauen, im Kreis drum herum und dann einen Sprung machen. Wie alle anderen damit klarkommen, war denen egal. Denn das betrifft alle. Vom SUP über Paddelboot bis zu uns. Man darf im Kanal 8 km/h fahren und hat Sog- und Wellenschlag zu vermeiden. Auf der Hinfahrt zur Werft vor einigen Wochen hat mich ein Motorbootfahrer unter einer extrem schmalen Brücke überholt. Das einzige Gewässer, wo man halbwegs Ruhe hat, ist der Teupitzer See.
Schade eigentlich.

Sind wieder im Land – ungern
Rückkehr
Letzter Tag
Wir verbrachten einen letzten spannenden Tag in Helsinki. Dabei stellten wir fest, daß wir die Stadt trotz der relativ kleinen Ausmaße noch lange nicht kennen. Nicht schlimm -bleibt noch was fürs nächste Jahr 😃.





Eine Begebenheit gab uns noch zu denken. Auf dem Weg zur Metro sahen wir auf der anderen Straßenseite einen Volt-Fahrer (Essenslieferant auf dem Fahrrad). Der mußte dringend auf die Toilette und erkor dafür eine öffentliche. Er zwängte sich mit seinem riesigen würfelförmigen Rucksack hinein (da passe ich mit Fotorucksack kaum rein). Sein Fahrrad mußte draußen bleiben. An diesem war am Lenker ein kleinerer Rucksack, wahrscheinlich mit persönlicher Habe befestigt. Kommt doch ein anderer Kerl daher und will sich über den kleinen Rucksack hermachen! Ich brülle quer über die Straße, ob das seins sei. Keine Reaktion. Noch einmal:“ Is it your’s?“ Daraufhin verzieht er sich schnelleren Schrittes. Hat doch eine arme Sau versucht, eine andere arme Sau zu beklauen!. Uns fällt eh auf, daß in der Stadt deutlich mehr Sicherheitskräfte unterwegs sind, als bei früheren Reisen. Vor allen Dingen in der Metro. Die Jungs sind mit stichfesten Westen angezogen. Schaumermal, wo das noch hinführt.
Helsinki
Die Welt der Narrative
Ich frage mich in kürzer werdenden Abständen, ob es Zufall ist, daß im Wort Narrativ der Narr ziemlich prominent vorkommt. Aktueller Auslöser ist ein Artikel der TAZ, den ich heute durch Zufall fand (https://taz.de/Desinformationskampagne-Russlands/!6034158/). Es geht um die russische Desinformationskampagne unter Zuhilfenahme russischer Narrative. Was mir hier zuerst auffällt, alle Welt tut so, als hätten es die Russen erfunden. Ich bin mir ziemlich sicher, daß schon Stephan Heim in “5 Tage im Juni” beschrieb, wie der RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) die aufständischen Arbeiter und Bauern Berlins zu den neuralgischen Punkten lenkte, um den Aufstand zu vergrößern/verschärfen/im Sinne des Westens erfolgreich zu machen. Aus Sicht der DDR war das nichts anderes als Desinformation. Denn auch die Russen erfinden keine Dinge. Sie betonen Nachrichten, die in den etablierten Medien nicht vorkommen. Kleines Bonmot: im Westen wäre dieser Aufstand illegal gewesen. Denn es war ein politischer Streik und der war und ist im Westen, der Demokratie, verboten. Zum Zweiten habe ich mal nachgesehen, was ein Narrativ eigentlich ist. Und zwar an einer Stelle, die der russischen Narrative unverdächtig ist. Beim Duden. Der Duden sagt, ein Narrativ sei eine “[verbindende] sinnstiftende Erzählung, Geschichte” (https://www.duden.de/rechtschreibung/Narrativ_Erzaehlung) Was mich jedoch besonders aufregt: Ich habe keinen Social Media Account. Nicht einen. Kein Insta, kein Facebook, kein Twitter (heute X), kein Tiktok, kein Telegram. Nichts!. Ich gucke regelmäßig die Tagesschau, manchmal Heute, lese die Berliner Zeitung, Telepolis, hatte lange die Süddeutsche abonniert, lese in unregelmäßigen Abständen die Nachdenkseiten und jeden Tag N-TV. Und dennoch scheinen mir die russischen Narrative logischer, als die westlichen Narrative. Denn als nichts anderes muß man die Erzählungen der deutschen und europäischen Administration bezeichnen. Der eine erzählt eine sinnstiftende Erzählung über die sinnstiftende Erzählung des anderen. Der Unterschied ist, daß die sinnstiftenden Erzählungen des Westens darauf hinauslaufen, das Russland uns ab 2029 angreift und wir daher atomwaffenfähige Raketen bei uns stationieren müssen. Eines der westlichen Narrative ist, daß Russland einen hybriden Krieg gegen den Westen führt. Hierzu ein paar Beispiele:
– Sprengung Northstream –> unisono erklärten alle, die auf einen Sender kamen, die Russen seien es gewesen. Heute ist es ziemlich offensichtlich, daß sie es nicht waren. Sieht eher nach den engsten Verbündeten aus.
– Es werden Kabel in der Ostsee beschädigt/zerstört. Unisono erklären alle, die auf einen Sender kommen,, die Russen oder die Chinesen seien es gewesen. Daß es wöchentlich zerstörte Unterseekabel ohne irgendeinen Vorsatz gibt, interessiert niemanden. Ergebnis: Es kann kein Nachweis für russische oder chinesische Verantwortung erbracht werden.
– Im Jahr 2023 wird über einem Bundeswehr- Truppenübungsplatz, auf dem auch Ukrainer ausgebildet werden eine Drohne abgeschossen. Im Jahr 2025 teilt die Presse mit, daß man nun genaueres hinsichtlich des Betreibers der Drohne weiß. Mehr nicht! Um es ganz klar zu sagen – wären es die Russen gewesen, wäre das Geschrei nicht zu überhören gewesen. Ich gehe davon aus, es war entweder ein Verbündeter oder ein Privatmensch, der sich eine der “Profidrohnen” für kleines Geld im Internet besorgt hat.
– Israel und die USA dürfen den Iran angreifen, weil sich Israel bedroht fühlt. Russlands Angriff auf die Ukraine mit der gleichen Begründung ist hingegen schändlich.
Man braucht keine russische Desinformation. Man muß einfach nur nachdenken. Sich mit offenen Augen umsehen und sich nicht mit verbundenen Augen die Nachrichten in der APP der ÖRR vorlesen lassen. Und man sollte nicht auf einen Rechtsanwalt hören, der öffentlich ankündigt, einen Weg zu finden, einen richterlichen Beschluss zu ignorieren und Respekt für einen Verstoß gegen Völkerrecht zollt.
Regen
Die letzten 3 Tage regnete es. Daher ist nichts weiter passiert. Einen von diesen 3 Tagen verbrachten wir vollständig auf einem Parkplatz. Lesend und Videos guckend.
Jetzt sind wir in Helsinki angekommen, shoppen noch kurz und dann geht es bis Freitag auf den Campingplatz. Und ab morgen soll das Wetter super werden. Das bedeutet dann: Rumlungern am Hafen 😀.
Tampere
Heute Nacht hatten wir mit 8 bft ziemlich Sturm. Und wir stehen unter alten Bäumen des Campingplatzes. Aber alles ging gut. Es landeten nur KLEINE Äste auf unserer Behausung. Immer noch besser, als nicht mehr vom Stellplatz zu kommen. Denn heute morgen mußte ein weiteres Mobil aus einem Schlammloch gezogen werden.
Schließlich schnappten wir uns die Räder und fuhren nach Tampere rein.
Die Stadt ist tatsächlich nicht so hässlich wie andere finnische Städte. Aber wirklich hübsch geht anders. Eigentlich wollten wir ins Lenin-Museum. Das war eine Hommage an Wladimir und Josef Stalin, der auch drin vorkam. Lenin war ein Befürworter der Unabhängigkeit Finnlands. Irgendwann verschwand Stalin und im letzten Jahr, nach dem Nato-Beitritt Finnlnds, das ganze Museum. Es wurde ersetzt durch das Museum über Finnisch-Russische Beziehungen. Was für ein Machwerk. Es erinnerte mich fatal an von Westdeutschen gestaltete Ausstellungen über die DDR. Nur, daß dieses Museum 10 Euro Eintritt kostet. Ossis dürfen in Ausstellungen über die DDR normalerweise kostenlos. Fakt ist, daß die Imperialisten im Osten und insbesondere der Sowjetunion saßen. Schon immer.





Uns geht es gut
Wir haben die letzten beiden Nächte im Laivonmäki Nationalpark verbracht. Es war wie üblich nicht spektakulär aber gigantisch. Wir stellen immer wieder erstaunt fest, daß man eine irre Kulisse gar nicht braucht. es reicht Natur satt.


Heute war dann den ganzen Tag Regen angesagt und so kam es auch. Daher machten wir Strecke und fuhren weiter nach Tampere. Die Stadt wird auch als Manchester des Nordens bezeichnet, weil sie eine der ersten und größten Industriestädte des Nordens war. Heute ist davon wohl nicht mehr viel übrig, aber das werden wir morgen sehen. Unser Campingplatz, auf dem wir jetzt stehen ist nach 2 Tagen Regen völlig abgesoffen, hier mußte vorhin ein Transporter mit einem Allradfahrzeug aus dem Schlamm gezogen werden.



Industriearchitektur
Nach dem Kanal fuhren wir zum Übernachten nach Varkaus rein. Die Stadt ist vom Prinzip um einen Holzhandel 😂 gebaut. Walter Ahlstrom betrieb hier eine Holzverarbeitung und Holzhandel. Davon lebt die Stadt noch heute, wenn auch nicht mehr so gut. Denn die Papierfabrik hat nicht mehr soviel zu tun. Es gibt wunderschöne alte Holzhäuser, die Ahlstrom für Mitarbeiter bauen ließ. Diese sind teilweise 150 Jahre alt und heute noch da. Aber auch nicht mehr, als „noch da“. Sie werden an vielen Stellen nicht mehr gepflegt und erhalten. Es ist schade. Denn das, was die Finnen dazwischen und rundrum gebaut haben, ist hässlich wie die Nacht. Aber so sehen viele finnische Städte aus.




Und dann waren wir noch auf einem ehemaligen Wasserturm. Heute beherbergt er Wohnungen und ganz oben, in der 15. Etage ein Caffee.

Varkaus
Die Stadt lebt(e) vom Holzhandel. Zum Transport wurde ein Kanal benötigt. Den ersten baute man 1860 und zwar nur aus Feldsteinen, ohne Mörtel.




Finnland und Bergbau
Da es heute den ganzen Tag regnet, fuhren wir vom traumhaften Ruunaa und seinen Stromschnellen wieder los. Das Ziel war Outokumpu. Hier gibt es ein Bergwerksmuseum, so das man den Rest des Regens unter Tage verbringen kann.
Outokumpu selbst ist seit Beginn des 20. JH ein Bergarbeiterstadt. Der Name bedeutet soviel wie „geheimnisvoller fremder Berg“ (die Finnen haben es ins englische übesetzt und ich von da ins deutsche – keine Ahnung, on irgendwo etwas verloren ging 🙂 )
Auf alle Fälle war die Outokumpu Oy (Firmierung) einer wichtigten Kupferproduzenten des Landes. Die Gesellshaft gibt es noch heute, auch wenn in Outokumpu nichts mehr abgebaut wird.
Jetzt guckt Euch mal die folgenden beiden Bilder an und ratet, in welchem Haus der Manager wohnte und in welchem die Mitarbeiter.
Na, alles klar?




Wir waren wandern 😊
Weiter gezogen
So is schön
Die Russen kommen
Wir waren heute im Museum Pielinen. Das ist bei Lieksa und stellt alte finnische Häuser, Werkzeuge und auch Alltagsgegenstände aus. Diese wurden aus dem ganzen Land zusammen getragen (im wahrsten Sinne des Wortes!) und in dem Museum zusammen gefaßt. Es muß eine echt schwere Zeit gewesen sein. Es dreht sich um Ackerbau, Viehzucht und vor allen Dingen Waldarbeit. Das Museum zeigt die ganz Schwere eines Landes, welches noch bis in die 1950er Jahre ein Agrarland war.







Und jetzt zu den Russen
Wir stehen jetzt hier
Als wir hier mitten im Wald ankamen, stand ein Wohnmobil mit finnischen Kennzeichen schon da. Das ist kein Problem. Wir freuten uns auf Würstchengrillen und Chillen am Lagerfeuer, denn selbstverständlich gibt es hier eine Feuerstelle. Dann kam eine größere Gruppe Russen ohne Auto, nur mit Schlauchboot und Outdoor-Ausrüstung und baute ihr Equipment auf.
Und jetzt ratet mal, wo die Feuerstelle ist:






























